Review

Staffel 1 - 5,5/10

Staffel 1


Inkonsequente Ideenhalde?

Vielleicht hatten Ryan Murphy und Co. zu viel Lockdown und zu viele Ideen. Vielleicht setzten sie Kohle und Masse auch einfach weit über Qualität und Klasse. Vielleicht haben sie einfach nicht genug Zeit für ihre Projekte oder sind verrückte Workaholics. So oder so: „American Horror Stories“ macht parallel zur Hauptserie noch einige Nebenschauplätze auf und liefert hier in nahezu jeder neuen Episode auch eine komplett neue Geschichte. Von einer anthologischen Staffelserie zu einem noch kleinmaschigeren Potpourri der Gruselstories. Und das klappt in manchen Teilen sogar recht gut, sorgt für noch mehr Farbe und Abwechslung. Erst recht, wenn man es an den etlichen Verrissen im Netz misst, die mich mit dem Schlimmsten haben rechnen lassen. Doch als Fan der Hauptreihe mit leichten Hassliebe-Tendenzen und des Horrorgenres allgemein mit offenem Horizont kann man auch „American Horror Stories“ gut weggucken. Trotz eklatanter Schwächen und deutlichem Auf-der-Stelle-Treten. 

Rubber (Wo)Man 1&2
5,5/10
Rückkehr ins Murder House: ein schwules Pärchen zieht mit ihrer Teenagertochter in das berüchtigte Killerhaus ein - und natürlich nimmt die Sache kein gutes Ende. Wie immer stilecht im Lederfetischeinteiler…
Etwas enttäuschend, dass das gewohnte (und zurecht beliebte) Setting nochmal aufgewärmt wird. Von „American Horror StorieS“ hatte ich mehr Neues erwartet. Dennoch ist die Doppelfolge durchaus vom Geist der Serie zwischen Käse und Kult, Gewalt und Geilheit, Horror und Humor geprägt. Lesbische und Lack-und-Leder-Fetischs werden bedient. Gute Jungdarstellerinnen. Der Ganzkörperanzug ist schon ein ikonisches Kleidungsstück. Doch im Endeffekt „too much of the same“. 

Drive In
6,5/10
Ein verfluchter und verbotener Film lässt die Zuschauer in einem Autokino barbarisch durchdrehen…
Vom „Blair Witch Project“-Macher. Schön, dass Ryan Murphy auch mal neue Macher an's Ruder lässt. Hätte noch weitaus splattriger und verrückter ausarten können meiner Meinung nach. Kein „Chillerama“. Und dennoch spürbar frisch und guckbar. 

The Naughty List
6,5/10
Xmas-Folge. Influencerklatsche. Gesellschaftssatire. Slashertrash. Machete metzelt Möchtegern-VIPs…
Sicher die polarisierendste Folge. Wenig Horror. Ich ordne es wohlwollendes irgendwo zwischen lustig, frech und cringy ein. Lobenswert dennoch, dass solche ekelhaften und völlig verlorenen „Menschen“ ihr Fett wegbekommen. Viel zu wenig Trejo aber. 

Ba'al
7/10
Klassische dämonische Schwangerschaft bzw. teuflisches Baby-Story: ein verzweifeltes Paar hat Probleme ein Baby zu bekommen und setzt die letzte Hoffnung in eine höllische Fruchtbarkeitsstatue…
Twisty Demonstory mit Kurven, fiesen Menschen, einem traurigen Kern und rund zu Ende gedacht. „Rosemaries Baby“ ist’s natürlich nicht. Dennoch meine liebste Folge dieser ersten Runde. Billie Lourd rettet. 

Feral 
6/10
Eine Art „Monster of the Week“-Episode mit einem wilden Waldwesen, die scheinbar gerne kleine Kinder von Campern stibitzten…
Richtig schön böses Ende, das ich in dieser Konsequenz und Tonart und Schnelligkeit gerne öfters bei „AHS“ erleben würde. Ansonsten davor viel Survival- und Waldgeplänkel. Die Natur gewinnt, der zivilisierte Mensch verliert. 

Game Over
4/10
Metafolge. Mal wieder Murderhouse. Eine Frau kauft das verfluchte Gebäude, weil sie ein Computerspiel zu „AHS“ entwickelt…
Lasst dieses Haus doch mal in Ruhe… „AHS“ goes „Black Mirror“. Allerdings in sehr, sehr flach und light. Hier sieht man den Unterschied zwischen Qualität (wie etwa „Black Mirror“ oder HBO-Stoff) und der quantitativen Fließbandarbeit eines unbändigen Ryan Murphys. Was hätte man aus der Prämisse alles machen können… 

Fazit: die kürzeren Gruselgeschichten tun „AHS“ teilweise gut. Doch manchmal wird man auch das Gefühl von Nachgeburten, Überbleibseln und Ausschussware nicht los. (5,5/10)

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