Mitte der Neunziger interessierte sich das Mainstreampublikum kaum noch für Horrorfilme. SCREAM schaffte es, die relevante Zielgruppe wieder ins Kino zu bringen. Durch den Meta-Ansatz war es wieder okay, Horror gut zu finden, auch wenn die Reihe sich immer für etwas cleverer hielt, als sie tatsächlich war. Für echte Horrorliebhaber, die das Genre nicht aus dem Auge verloren hatten, lieferte SCREAM schon damals nur eine etwas modernisierte Variante bekannter Slasher.
In den Neunzigern hatten Filmreihen übrigens auch noch den Anstand, sich beispielsweise HALLOWEEN H20 zu nennen, wenn sie ein totgeglaubtes Franchise nach langer Zeit fortführten. Aber die „Rückkehr zum Original“ ist natürlich auch hier ein „Metakommentar“ der im Film selbstverständlich offen angesprochen wird.
Wobei sich das mit dem „Original“ nicht nur auf die eigene Reihe bezieht. Das Opfer, das im Krankenhaus vom Killer heimgesucht wird, ist eine überdeutliche HALLOWEEN II Reminiszenz und zahlreiche Szenen spielen mit den üblichen Klischees (der Spiegel, die Kühlschranktüre). Aber auch das hat man alles schon eleganter und intelligenter gesehen.
So wird hier zitiert und kommentiert, bis sich der Film komplett in seine Bestandteile auflöst, potenzielle Spannung oder Story gleich mit, denn wer letztlich der, die oder das Killer sind, ist am Ende völlig beliebig. Für den unvermeidlichen nächsten Teil der Reihe spielen insbesondere die hier neu eingeführten Figuren ohnehin keine Rolle.