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Claire (Gayle Hunnicut) und Robert (David Hemmings) haben schwierige Zeiten hinter sich: ihr Sohn ist in einem Fluß ertrunken, während die Eltern im Hausboot Sex hatten. Claire war nach einem Selbstmordversuch aus Schuldgefühlen in einer psychiatrischen Anstalt, während sich Robert mit zahllosen Affären abgelenkt hat. Nach ihrer Entlassung fahren die beiden aufs Land, um sich ein geerbtes, lange verlassenes Haus anzugucken. Doch bald hört Claire Stimmen, die immer präsenter werden, so dass ich ihr eh labiler Zustand weiter verschlimmert...

Durch Zufall habe ich auf Youtube einen Video-Rip dieser britischen Produktion von 1973 gefunden. Oft merkt man, dass der Film auf dem gleichnamigen tgeaterstück von Robert Lutz basiert, dennoch gelang es Regisseur Kevin Billington, die Spannung zu halten. Verdienst ist dies v.a. das der Schauspieler: Hemmings und Hunnicutt waren zu jener Zeit sogar verheiratet...so viel Klatsch muss sein.

Claire ist von vornherein so fragil, man fragt sich, ob ihre Entlassung überhaupt sinnvoll war. Sie ist durch den Unfalltod ihres Sohnes so verstört und auch an jeglicher Nähe desinteressiert (schließlich hatten sie ja Sex, als der Sohn starb), dass Robert immer wieder an seine Grenzen stößt, innerhalb derer er ihr etwas Normalität und Ablenkung präsentieren wollte. Doch ihr Verhalten bringt auch all seine Konflikte hoch, so wirft er ihr vor, den gemeinsamen Sohn nicht geliebt zu haben, sondern in ihn verliebt gewesen zu sein.

Schließlich driftet der Film in die Richtung Folies a deux ab, ein Wahnsinn, den zwei Menschen teilen. Und ich habe nun schon gewiss einige Geisterfilme gesehen, aber das Ende von "Voices" habe ich nicht geahnt und es hat mich ordentlich überrascht. Das Ende hebt diesen bisweilen zu ruhigen, statischen, weil zu theaterlastigen Film auch über den Durchschnitt...neben den guten Hauptdarstellern. Könnte von mir aus mal gerne auf DVD veröffentlicht werden oder zumindest mal in einer guten Version im TV laufen.ac
6.5/10

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