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Wie hoch die Fallhöhe eines einst hoffnungsvollen Regisseurs sein kann, offenbart die Karriere des südamerikanischen Filmemachers Neill Blomkamp, der für sein Debüt „District 9“ weltweit gefeiert wurde. Es folgten zwei Produktionen mit recht namhaften Mimen, welche eher durchschnittliche Kritiken einfuhren und schon leidet das Budget bei Nachfolgeprojekten. Dies allein ist aber nicht der Grund, warum „Demonic“ auf nahezu ganzer Linie versagt.

Carly (Carly Pope) hat sich vor zwanzig Jahren von ihrer Mutter Angela abgekapselt, als diese offenbar im Wahn über 20 Menschen tötete. Mittlerweile liegt Angela im Koma auf der Forschungsstation des modernen Pharmakonzerns Therapol . Carly erklärt sich bereit, via neurologischer Stimulation in die Gedankenwelt der Mutter einzudringen und Kontakt aufzunehmen. Zeitgleich mehren sich bei Carly Alpträume und Heimsuchungen…

Im Grunde verrät der eindeutig gelagerte Titel bereits, es hier mit paranormalen Komponenten zu tun zu haben, obgleich sich dies erst in der zweiten Hälfte der Erzählung herauskristallisiert. Leider gestaltet sich der Zugang zur Hauptfigur Carly als recht schwierig, da die Dame selbst ihrer besten Freundin gegenüber eher unterkühlt rüberkommt und kaum Emotionen zulässt. Wenn die Mutter für einen Massenmord verantwortlich ist, erklärt sich die Distanz von selbst, wodurch die Motivation, ihr auf geistiger Ebene zu begegnen, nicht unbedingt nachvollziehbar erscheint.

Jene neurologische Stimulation darf man sich letztlich wie das Herantasten an einen virtuellen Raum, eine Landschaft vorstellen, die sich Pixel für Pixel so aufbauen, als sei die CPU kurzfristig überlastet, oder die Grafikkarte hätte einen Knacks weg. Das ist einerseits ein wenig anstrengend zu verfolgen, andererseits hat es seinen Reiz, einem gewissen Minimalismus beizuwohnen, da die wenigen Schauplätze wie ein verlassenes Sanatorium nicht ohne atmosphärische Eckpunkte dargestellt werden. Auf Dauer ist dies allerdings zu wenig.

Denn das Drumherum liefert kaum einen Anreiz zum Mitfiebern, zumal Carlys Umfeld mit einer sporadischen Freundin und einem fast vergessenen Wegbereiter früherer Tage definitiv überschaubar ausfällt. Zudem hat es die Erzählung wahrlich nicht eilig und es stellen sich unweigerlich Irritationen ein, als relativ unvermittelt eine an „Exorzist“ angelegte Szene für zwei Minuten etwas Tempo ins Spiel bringt. Ansonsten mangelt es an Ideen und auch das vermeintlich komplizierte Mutter/Tochter Gefüge erhält zu wenig Tiefgang, bzw. ausbleibende Rückblicke, um hier mitfiebern zu können.

Das unmotivierte Finale untermauert umso deutlicher die Ideenarmut der kompletten Geschichte, zumal hier jede Form von Action von Vornherein ausgeklammert wird und lediglich ein paar Leichen drapiert werden, anstatt die vorherige Konfrontation einzubinden, - blutleer fällt das Unterfangen ohnedies aus. Spannung auf Sparflamme wäre beinahe noch geschmeichelt und während die Durchschnittsmimen und der leidlich bemühte Score nichts bewirken, dümpelt die mit 104 Minuten ohnehin zu lange Laufzeit ohne Höhepunkte vor sich hin.
3 von 10

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