Review

Der schießwütige Revolverheld El Topo (Alejandro Jodorowsky) entsagt im Augenblick seines größten Triumphs dem Weg der Gewalt und wandelt sich zum geläuterten Messias, der mit friedlichen Mitteln gegen ein Terrorregime vorgeht. Unerwartet trifft er seinen verlorenen Sohn (Robert John) wieder, den er einst wegen einer Frau (Mara Lorenzio) verlassen hatte…

Eine kindlich-verspielte, surreal-schwelgerische Nummernrevue, die von den Schwierigkeiten des Besserungswilligen berichtet, in einer von Machtstreben, Scheinheiligkeit und Niedertracht beherrschten Welt zum Menschen zu werden, ohne sich im Netz der Verhinderer zu verfangen oder von den eigenen Verfehlungen aus der Vergangenheit eingeholt zu werden. Jodorowskys munter sprudelnde Fabulierlust, die am laufenden Band drastische, skurrile und anrührende Szenen hervorbringt, lässt den Film zu einem überwiegend geistreichen, durchaus faszinierenden Bilderbogen werden. Die sinnbildlichen Illustrationen verzichten freilich weitgehend auf konkrete Bezüge zur Lebenswelt und verlangen dem Publikum daher ein gewisses Maß an Einfindungsvermögen in das eigenwillige Spiegelkabinett des mexikanischen Surrealisten ab, der seine Beobachtungen hier unermüdlich in immer neuen Varianten vorführt.

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