Review

Warum
der deutsche Film im Vergleich zum Weltmarkt keinen Pfifferling wert
ist, sieht man an dieser buckschen Neuverfilmung des berühmten Romans
von Thomas Mann, der bereits 1957 eine ziemlich gute Verfilmung erfahren
hat. Dieser dem Zeitgeist angepasste, ziellose Unfug ist mit Filtern,
Farben, Kostümen, Sexappeal und Dekors überladen worden, weil man wohl
von den doch eher hölzern agierenden Mimen (allen voran Newcomer Janis
"Waschbrettbauch" Niewöhner in der tragenden Rolle) ablenken wollte. Das
Spiel der Darsteller ist so einschläfernd, unbedeutend und stellenweise
so nebulös, dass mitfiebern oder ein Hinterfragen sinnlos geworden ist.
Warum Buck ausgerechnet den unvollendeten Mann-Roman (1910-1913) als
Projekt genommen hat, erklärt sich mir so: sicher wollte er einen seiner
nächsten Filme finanzieren und hat wohl nur Förderung bekommen, weil er
dieses Remake in Auftrag gegeben hat. Die Kinokasse kann dabei kaum
geklingelt haben, da (neben Covid 19) der Anspruch, der Intellekt, die
Grazie, der Witz und das Epochale dieser Zeit nur als undifferenzierter
Mittelklassefilm zum Tragen kommt. Es bleibt ein liebloses, geistloses
Konstrukt, ein oberflächliches Kratzen an einer imposanten
Literaturvorlage, ein Versuch optisch immerhin zu obliegen, wobei man
darstellerisch aber kaum überzeugen kann. Echte und ernstzunehmende
Charakter-Mimen wie Joachim Krol, Dominique Horwitz, Heinrich
Schafmeister oder Katja Flint, die im deutschen Film einst grosse Namen
waren, werden nur in kleinen Nebenrollen verbraten, als Stichwortgeber
missbraucht, wobei sie auch diese filmgewordene Blasphemie nicht mehr
retten können. Da kann man nur hoffen das Buck mit einer originellen,
neuen Idee bald mal wieder punkten kann.

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