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„Twisted“ sollte wohl so eine Art Mischung aus Serienkillerthriller und klassischem Whodunit werden, doch sobald große Namen ins Spiel kommen, gerät so etwas leicht zum Personality-Film und da muß sich ein Drehbuchautor schon sehr anstrengen, damit die Spannung nicht ins Hintertreffen gerät.

Leider ist das bei „Twisted“ nicht halb so gelungen, wie man es wohl beabsichtigt hatte, denn obwohl hier alles schön düster und zwielichtig rüberkommt, bleibt die gesamte Thrillerkonstruktion mehr als durchsichtig.
Ashley Judd sieht zwar beachtlich aus und kann auch halbwegs ordentlich als Polizistin überzeugen, aber leider nicht als auf Bettabenteuer stehende Waise aus einem Polizistenhaushalt, die durch ihre Blackouts in Verdacht gerät, selbst der Killer ihrer vielen One-Night-Stand-Lover zu sein.

Die einzige Überraschung, die der Film so hätte bieten können, wäre die Decouvrierung Judds als Täterin gewesen, doch weil das auch nicht gerade neu wäre (und alles in allem noch einfallsloser), hat man es dann doch gelassen. Also dreht sich letzten Endes alles nur um die Hauptfigur und so kommen überhaupt nur drei Verdächtige über die volle Distanz in Frage: der alte Liebhaber, der undurchsichtige neue Kollege und der väterliche Freund, Vorgesetzte und Ziehvater in einer Person.
Und so in der Schriftform ist diese Auswahl noch interessanter als in der filmischen Fertigfassung, wo auch der letzte Grundschüler alsbald raushat, das die Ex-und Kipp-Weinorgien der Hauptfigur mittels K.O.-Tropfen hier Spannung vermitteln sollen, es aber nicht tun.

So neben Pizza und Bierchen kann man das alles als Nebenbeisnack noch in guter alter Wiedersehensfreude konsumieren, denn Samuel Jackson dreht ein paar flotte Standards, Andy Garcia bemüht sich nach Kräften, irgendwie sinister zu wirken und mein Gott, tatsächlich – sogar Leland Orser, der schon „Sieben“, „Knochenjäger“ und „Resurrection“ veredelte, spielt tatsächlich auch hier wieder so ein multiples Ekelpaket.

Im Fokus bleibt jedoch die Enttäuschung über die hoffnungslose Durchsichtigkeit der ganzen Konstruktion, die visuell zwar recht ordentlich rüberkommt, aber erzählerisch doch total altbacken ist, wenn auch ein paar härtere Szenen die Genrefreunde erfreuen können.

Alles in allem also eine gute Besetzung in einer Von-der-Stange-Produktion, die mehr hermachen will, als überhaupt jemals drin war. Weitgehend unterdurchschnittlich, aber für Thrillerfreunde vielleicht noch solider Durchschnitt. (4/10)

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