Review

Mardi Blah


„Mona Lisa and the Blood Moon“ - coole Namen/Titel kann Frau Amirpour, das muss ich ihr lassen. Und ihr vampirischer Durchbruch „A Girl Walks Home Alone At Night“ hat mich vor ein paar Jahren ja auch hypnotisiert und geflasht. Doch diese Magie ist mittlerweile etwas der Leere und Langeweile gewichen. Dieser lockere Rundgang einer telekinetisch veranlagten jungen Außenseiterin durch die menschlichen Schattenseiten von New Orleans ist beispielsweise der klassische Fall von: hast du den Trailer gesehen, hast du den Film gesehen…

„Mona Lisa & The Blood Moon“ erinnert vom Stil her eher an Harmony Korine oder Sean Baker, audiovisuell begabt und vielseitig ist Amirpour ohne Ende und ohne Frage. Es gibt immer etwas zu sehen und zu hören, in einer zahmen Mixtur aus „Elfenlied“, „Stranger Things“, Musikvideo und Hop-on-Hop-Off-Bustour durch die sumpfige US-Stadt. Ganz klar weiblich konnotiert und mit starken Ladies wie Jong-seo und Kate Hudson. Letztere war mit „Glass Onion“ letztes Jahr auch im zweiten Film vertreten, der Mona Lisa und das Lied dazu verarbeitete. Aber da hatte ich mit Benoît Blanc auf der griechischen Insel wesentlich mehr Spaß als bei dieser neonfarbenen Psychotour in D-Moll. Das ist weder ein vollwertiger Arthouse-, Party- oder Genrefilm. Horror erst recht nicht. Zudem fizzelt er enorm unspektakulär aus, ohne Höhepunkt oder echte Auflösung. Richtig viel Empathie wurde in mir auch nie hervorgerufen. Alles bleibt hier unwichtig. Und das kann’s nicht gewesen sein. 

Fazit: A Girl Walks Around Alone At Night In New Orleans… Egal wie cool und lässig Amirpours Filme sein mögen - die Balance aus Style und Unterhaltung, Anspruch und Spannung, Nische und Mainstream hat sie meiner Meinung nach noch nicht ganz gefunden. Dieser nächtliche Trip dümpelt echt monoton vor sich hin. Sieht teilweise aber immerhin blendend aus. 

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