Review

Die Mutter, die die Liebe verpasste

Eine mittelalte Frau und Mutter macht Urlaub auf einer idyllischen griechischen Insel. Und dabei spiegeln sich bzw. hallen nach bzw. brechen alte Wunden zu ihren Töchtern und Verbindungen, Verantwortungen, Versäumnissen auf...

Der Balanceakt des Beobachten

"The Lost Daughter" ist ein sehr ungewöhnlicher, antizyklischer Film. Die Figuren haben Makel, die Zeiten verschwimmen, die Kamera kommt unangenehm nah, der Zuschauer wird ungewöhnlich radikal abgestoßen teils, die Probleme hallen nach, das Muttersein wird wesentlich authentischer und bitterer gezeigt als sonst. Das muss man sich als Maggie Gyllenhaal, "die Regiedebütantin", erstmal trauen. Unterstützt durch exzellente Darsteller und schauspielerische Schwergewichte wie Colman, Buckley oder Harris. Mit einer recht realistischen, biederen Darstellung von Griechenland. Und natürlich auch vor allem des Mutterseins, der Leiden, der Leidenschaft und der Lieben des Lebens. Fertig ist ein teils völlig unnatürliches und trotzdem enorm natürliches Drama mit enormen Zwischentönen, Grautönen, leisen Tönen. Aufpassen, aufsaugen, aufnehmen unabdingbar. Jetzt bin ich noch gespannter auf Gyllenhaals "The Bride" in den kommenden Tagen! 

Graue Wolken über Griechenland

Fazit: Ein Film über "schlechte", komplexe Menschen und komplizierte "Momente" bzw. Phasen, Entscheidungen und womöglich Fehler unseres Lebens... Mutig, mütterlich, exzellent in seinen minimalen, aber entscheidenden Details und Observationen. Ein beachtliches, vielschichtiges Regiedebüt von Maggie Gyllenhaal. Das Ende hätte vielleicht etwas mehr Punch benötigt. Trotzdem mehr als respektabel. Und charakterlich so wunderschön gegen den Strom. 

Details
Ähnliche Filme