Weitgehend überschätzter Film-Weirdo von Jess Franco, der stilistisch besser rüberkommt als inhaltlich. Da killt sich eine trauernde Witwe durch sämtliche Betten, weil man ihren Mann - einen renommierten Embryonenforscher - aus dem Berufsstand enthoben hat. Der Gatte beging daraufhin Selbstmord, was wiederum den Rachefeldzug der Ehefrau nach sich zog...
Erneut versuchte Franco, beschwingte Musik, eine Trance-ähnliche Atmosphäre und geiles 70s-Interieur unter einen Hut zu bringen. Ein Unterfangen, dass ihm in seinem Vorgänger und Alltime-Klassiker "Vampyros Lesbos" weitaus besser gelang. Dennoch bleibt an den bloßen Stilelementen rein gar nichts auszusetzen... an der flauen Story leider schon.
Hier geht es um eine leicht umnebelte Rachestory, die leider so dünn und unspannend ausfällt, dass der Zuschauer kaum zum Weiterschauen animiert wird. Erneut lässt der Regisseur Realität und einen gewissen Surrealismus ineinander verschwimmen, wobei einpaar frische Kompenenten dem allzu durchsichtigen Plot merklich gut getan hätten. Hingegen trifft arg harmloser Softsex auf die mit ständigem Geklimpere unterlegte Mordszenen, die selbst in jedem Derrick aufregender inszeniert wurden. In diesem Film gibt "Kommissar" Horst Tappert einen wenig beeindruckenden Einstand in die Gefilde des Euro-Sleaze während die anderen Parts mit allerhand Franco-Regulars besetzt wurden. Für die kaum bemerkenswerte Soledad Miranda war es eine der letzten Rollen, bevor sie im Alter von nur 27 Jahren bei einem Autounfall in Lissabon verstarb.
Fazit: Eine interessante Kamera-Arbeit und der Film als überlanger Videoclip machen "Sie tötete.... " leider um keinen Deut besser. Im großen Schaffen des Meisters lediglich ein weiterer Schnellschuss, der nur aufgrund seiner sauberen Umsetzung eine gewisse Aufwertung verdient.