Ein Horrorfilm aus Südafrika! Das ist zumindest geographisch mal eine Abwechslung zum üblichen US-B-Horror oder den gequälten französischen Streifen à la „Deep in the Woods“. Also, was die Herkunft des Films angeht, kann man sich nicht beschweren. Das war’s aber eigentlich auch schon mit den Vorteilen dieses Machwerks, denn viel mehr hat es nicht zu bieten!
Die Akteure machen nicht nur wieder einmal wirklich jeden Fehler, den ihre Vorfahren in den 80ern schon gemacht haben, nein, diesmal ist man ganz besonders einfallsreich in punkto Einfallslosigkeit. Der Suchtrupp stellt sich derart bescheuert an, dass man dem Ameisenknochending, das die Typen in der Folge jagt, von Herzen dankbar ist, die Hirnakrobaten endlich dem - vom frustrierten Zuschauer ersehnten – Exodus zuzuführen. Nachdem unsere Helden und Heldin also mitten in der Wüste die unnatürlich abgefressenen Skelette ihrer Kollegen finden, bauen die Typen mehr Scheiße als die Zwei von „Dumm und Dümmer“. Dabei scheint es übrigens, als könnten die dargebotenen Sprüche den Akteuren gar nicht kitschig genug sein; und auch die Kalauer sitzen – auf der langen Leitung der Logik des Films.
Das Wesen, das da einen nach dem anderen dezimiert ist übrigens „Sikulu, die Sandmutter“. Noch Fragen? Nachdem also Sikulu gegen das Polizei-Forscherteam kämpft, das – wie gesagt - so wirkt, als könnte es nicht eine Straße überqueren, ohne überfahren zu werden, rappeln sich zwei der Genies zusammen und versuchen, sich der Angriffe zu erwehren. Dabei benutzt der Forscher ein Gerät zum Aufspüren des Aggressors, das aussieht wie Captain Kirks Spielsachen aus den 60ern – und es piept und leuchtet auch genauso. Ich wollte die ganze Zeit in den Fernseher greifen und das blöde Ding aus dem Fenster schmeißen. Es werden ferner Ideen aus "Pitch Black" verbraten, sowohl die Optik der Knochenjägerin als auch die unterirdischen Höhlen - *Gähn*! Weitere Dialogschmankerl, wie „die aneinander reibenden Sandkörner hören sich an wie ein vibrierendes Stöhnen“ geben sich die Klinke in die Hand. Dabei versucht die Oberameise weiterhin an die Knochen der verbleibenden Idioten zu kommen, obwohl überall frische Knochen in der Gegend herum liegen. Aber – wie gesagt – jeglicher Sinn wurde vom Regisseur nicht nur mit dem Mixer klein gehackt, sondern mit dem Mörser pulverisiert.
Einzig die Gewalt kann sich sehen lassen. Sie ist zwar nicht gerade die Offenbahrung, aber unblutig geht’s auch nicht zu. Immer wenn die Knochentermite einen Menschen anfällt, zerformt der sich anschließend und das Fleisch fällt ab. Das passt soweit, ist aber auch nicht berauschend.
Die Synchro ist allerdings wiederum so übel, dass man es nicht fassen kann. Das hört sich alles an, als sei der Film im Vollrausch vertont worden. Meine Güte, so schwer kann es doch nicht sein, einem Film deutsche Sprache zu verpassen, ohne dass sich das Resultat anhört wie ein Waldorfschulprojekt. Auch die musikalische Untermalung ist eigentlich keine solche, sondern eher ein tonales Herumgekleckse. Da hat wohl der dafür verantwortungslose Verantwortliche das Keyboard des Sohnemanns bemüht oder einfach nach dem achten Bier irgendwelche Shareware runtergeladen. Wenigstens passt die Musik (so) zum Film.
Ich verstehe immer nie, wie solche Projekte Geldgeber finden. Filme werden von Filmfans für Filmfans gedreht. Und als Filmfan sollte man zumindest etwas mit den im Horrorfilmbereich gängigen cineastischen/filmästhetischen Konventionen des Jahres 2005 vertraut sein. Regisseur Jason Wuhlfsohn ist es offensichtlich nicht. Der Beginn und das Ende einer Karikatur, äh, Karriere. Also Jungs und Mädels, wenn ihr einen guten Horrorfilm sehen wollt, tut Euch den Gefallen und spart Euch die Zeit. Es gibt bessere Filme aus dem Genre – nämlich so ziemlich alle. ;-)