Um 2012 kursierten einige Rätsel auf einschlägigen Online-Plattformen, initiiert von Cicada 3301, um Individuen für eine vermeintliche Geheimorganisation zu rekrutieren. Die konkreten Hintergründe bleiben bis heute nebulös und so muss sich Regiedebütant und Nebendarsteller Alan Ritchson nicht mit Details der Materie auseinandersetzen und widmet sich vermehrt komödiantischen Einlagen.
Barkeeper Connor (Jack Kesy) arbeitet an einem Online-Rätsel, einer Art Schnitzeljagd. Vom Vermieter ausgesperrt, wendet er sich an die Bibliothekarin Gwen (Conor Leslie) und seinen besten Freund, den Kunst-Liebhaber Avi (Ron Funches). Mit der NSA im Nacken mündet die Suche auf einem bizarren Maskenball in London…
Nach kurzer Einführung der Hauptfigur inmitten eines Abenteuers befindet sich diese in Ketten bei einer Anhörung vor Gericht, was schließlich die Rahmenhandlung markiert. Connors Schilderungen werden in regelmäßigen Abständen mit hinzu gedichteten Details über die Handlungsweisen der NSA angereichert, was diese natürlich in ein denkbar schlechtes Licht rückt. Regisseur Ritchson hat sich dabei selbst die A-Karte zugeschustert, der als strebsamer Agent jedem Klischee anheim fällt und kaum ein Fettnäpfchen auslässt.
Das Zusammenspiel des zusammengewürfelten Trios punktet dabei in regelmäßigen Abständen, zumal Comedian Funches ein tolles Gespür fürs Timing entwickelt und selbst bei redundanten Abläufen („Nein, ich riskiere nicht meinen Job“) für latente Leichtigkeit sorgt.
Über Situationskomik kommt der Stoff allerdings selten hinaus, wohingegen die Qualität der Rätsel arg schwankt. Hier und da ein verändertes Gemälde, dort manipulierte Lichtanlagen zum Dechiffrieren von Morsezeichen, - das wirkt unterm Strich oft arg konstruiert und zuweilen gar ohne Kontext zum ursprünglichen Online-Rätsel.
Bei alledem kommt die Action deutlich zu kurz. Kaum eine Hatz, eine Ballerei oder gar eine Prügelei. Es wird viel mit Andeutungen gearbeitet, doch markante Schauwerte bleiben außen vor, mal abgesehen vom Interieur im letzten Drittel, als der bizarre Maskenball mit diversen Verkleidungen unweigerlich an Momente von „Eyes Wide Shut“ erinnert. Doch auch hier schwächelt die Dramaturgie, die Pointe wird eher auf die Rahmenhandlung verlagert, was in jener Form etwas zu abrupt und weichgespült anmutet.
Zwischen Gemälden von William Blake, Babykostümierungen für die NSA und Ablenkung eines Museumswärters wird insgesamt ein passables Tempo gefahren, doch inhaltlich bleibt der Stoff recht oberflächlich und austauschbar. Die Interaktionen der Hauptfiguren halten bei Laune, doch wer einen mitreißenden Cyber-Thriller mit Action und Dark-Web-Details erwartet, dürfte eher andere, gewöhnungsbedürftige Schwerpunkte vorfinden.
5,5 von 10