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Emily Bergl spielt die Halbschwester von Carrie, die für ein Blutbad in einer Highschool verantwortlich war und besitzt dieselbe gefährliche Gabe wie ihre Schwester. Sie selbst ist eine Außenseiterin und als ein Junge aus ihrer Schule, gespielt von Jason London, ernsthaft eine Beziehung mir ihr eingehen will, überlegen seine Freunde bereits, wie sie die Einzelgängerin demütigen können, ohne zu ahnen, welche Gefahr von ihr ausgeht.

Endlich noch einmal ein richtig schockierender Horrorfilm. Selbst Brian de Palma, John Travolta, Sissy Spacek und Piper Laurie, die am Original beteiligt waren, dürften es beim Ansehen des Films mit der Angst zu tun bekommen haben und sogar dem Meister des Horrors, Stephen King höchstpersönlich, dürfte ein eiskalter Schauer über den Rücken geglitten sein, als er dieses Sequel gesehen hat.

Und auch ich war schockiert, als ich gesehen habe, was hier aus dem Original gemacht wurde. Zunächst einmal übernimmt man die meisten Ansätzen mit einem hohen Maß an Dreistigkeit, so hat Rachel hier genau die gleichen Fähigkeiten und Charakterzüge wie Carrie im Original, der Handlungsablauf ist im Groben der gleiche und auch das Finale, an dem die gedemütigte Nancy schließlich ein ganzes Haus zerlegt, ist alles andere als neu und innovativ. Aber selbst zum Kopieren ist Katt Shea, die dieses Desaster zu verantworten hat, nicht fähig, so fehlt trotz identischer Handlung die Spannung des Originals und auch der Versuch, den Film in die Moderne zu transportieren und der aktuellen Teenie-Welle anzupassen ist einfach nur erbärmlich. Alles was übernommen wurde wirkt lieblos und kopiert und alles was neu ist, ist grottenschlecht. Damit krankt der Film natürlich an seiner Vorhersehbarkeit und dürfte allerhöchstens denen gefallen, die das Original noch nicht gesehen haben.

Die Inszenierung ist unglaublich einfallslos. Allein narrativ ergeben sich schon die ersten Mängel. Enorm konventionell erzählt krankt der Film schnell an seiner Vorhersehbarkeit und driftet schon nach den ersten Minuten vollkommen offensichtlich auf sein blutiges Finale zu, das kaum noch für diesen desolaten Film entschädigen kann. Damit bietet der Film nicht einmal mehr gepflegte Unterhaltung und langweilt die ganze Zeit über. Die übersinnliche Gabe Rachels wird leider überhaupt nicht genutzt, um Spannung aufzubauen, Shea gelingt keine Atmosphäre, nicht einmal ein beunruhigendes Grundgefühl. Musik- und Ton-Effekte gibt es bis zum Finale ebenfalls kaum, so erschreckt der Horror-Film kein einziges mal und verfehlt so endgültig seinen Zweck. Das Original beeindruckte zudem durch eine tiefe Charakterkonstruktion und damit durch einen dramatischen Aufbau, aber auch hier wird hundsmiserable Arbeit geleistet. Und nicht einmal das Finale, dass so ziemlich den einzigen Grund darstellt, warum man sich den Rest des Films antun sollte, überzeugt kaum, denn nach ein paar kleineren Action-Szenen, die ohne jegliche Spannung lieblos präsentiert werden und ein paar blutigen Momenten ist es auch schon wieder vorbei, stellt aber dennoch den einzigen Grund dar, weswegen ich dem Film einen Gnadenpunkt gegeben habe. Anschließend kommt noch das deplatzierte Ende mit seiner vollkommen klischeehaften Dramatik, das den Film, der schlecht begonnen hat und dürftig verlaufen ist, schwach beendet. Ja, es ist so ziemlich alles schlecht!

"Carrie" überzeugte seinerzeit zudem durch den starken Cast, die bewegende Leistung der jungen Sissy Spacek, der beängstigend starken Leistung von Piper Laurie und dem charismatischen John Travolta und auch hier kann das Sequel bei Weitem nicht mithalten. Emily Bergl ist als Rachel eher schwach, kann kein Mitgefühl und keine Sympathie auf sich ziehen, stolpert ohne jegliches Charisma hölzern durch den Film und ist selbst beim brutalen Finale nicht einmal im Ansatz beängstigend. Bei den übrigen Darstellern mangelt es ebenfalls an Ausstrahlung, die meisten spielen jedoch halbwegs solide.

Fazit:
"Carrie 2" ist eines der überflüssigsten Remakes aller Zeiten. Der Cast ist wesentlich schlechter, als beim Original, die Inszenierung ist langweilig, ideenlos und konventionell, die Story kopiert offensichtlich die Handlung des Vorgängers und ist damit sehr vorhersehbar und zu allem Überfluss enttäuscht sogar das Finale.

15%

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