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Er schien eine glänzende sportliche Zukunft vor sich zu haben, der Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Tomasz Bartkowiak (Józef Pawlowski), doch beim entscheidenden Kampf versagten ihm dann doch die Nerven und er unterlag. Nach einer mehrmonatigen Auszeit in seiner Heimatstadt Zakopane kehrt er dann doch zurück, nachdem ihm sein Bruder gut zugeredet hatte. Mit einer Wiederaufnahme des Sports sieht es jedoch schlecht aus, da Bartkowiaks Trainer Pawel (Szymon Bobrowski) all sein Geld auf seinen Schützling verwettet hatte, im Nachgang des verlorenen Kampfs seine Schulden nicht mehr bedienen konnte und ihm sein Boxstall unter dem Hintern abgefackelt wurde. Jetzt hängt Pawel an der Flasche, doch Bartkowiak nimmt trotzdem wieder Kontakt zu ihm auf - und lernt dabei dessen attraktive Tochter Dominika (Zofia Domalik) kennen. Nachdem sein Bruder bei einem seltsamen Autounfall ums Leben kam, gibt es einen weiteren Grund, sich wieder in der Stadt aufzuhalten: dessen Hinterlassenschaft, ein Nachtlokal mit Musik, muß übernommen werden. Zumindest hat Bartkowiak dies im Sinne seines Bruders vor, obwohl ein finanziell potenter Immobilientycoon sämtliche Läden und Geschäfte in der Nachbarschaft aufkauft, wenn nötig auch mit Brandstiftung und Schlägertrupps. Das schmeckt dem anfangs einen Verkauf zumindest ins Kalkül ziehenden Bartkowiak jedoch überhaupt nicht, und er beschließt, den Nachtclub entgegen aller widrigen Umstände dennoch weiterzuführen...

Die polnische Produktion Bartkowiak um den gleichnamigen Titelhelden steigt mit einem Entscheidungskampf gleich zu Beginn recht temporeich ein, verflacht dann aber zusehends und kommt nicht mehr in die Gänge: zu altbacken ist die Storyline vom Einzelkämpfer, der sich gegen einen kriminellen Immobilienkonzern durchsetzen muß und dabei fast gänzlich auf sich allein gestellt ist. Freundin Dominika immerhin steht ihm bei, auch ihr Vater läßt sich reaktivieren, während um sie herum alle Geschäftsleute brutal zum Verkauf "überredet" werden und die korrupte Polizei wegsieht. Als dann noch die beiden neu eingestellten Türsteher ermordet werden und sich herausstellt, daß der Sohn des skrupellosen Grundstücks-Oligarchen jener Sieger aus dem anfänglichen MMA-Kampf ist (der Bartkowiak am liebsten schon damals totgeprügelt hätte), wird die Lage für den wackeren Rückkehrer aus der Provinz immer aussichtsloser. Ob er am Ende dennoch als Gewinner dasteht? Der Filmtitel garantiert es - und erledigt damit (leider) auch jegliche Spannung.

Bartkowiak wirkt dem Titel nach ein wenig wie ein Pilotfilm zu einer möglicherweise nachfolgenden Serie, denn der durchaus telegene Hauptdarsteller mit dem freundlichen Lächeln, der seine Kampfkünste allerdings nur allzu selten zeigt, vermag als Schwiegermutter-Traum durchaus Sympathien zu generieren, ist er doch eher zurückhaltend höflich und kämpft für Gerechtigkeit. Das Problem ist jedoch das ideenlose Drehbuch, das Szenarien beschreibt, die man in unzähligen anderen Streifen schon dutzendfach gesehen hat und mit seiner eindeutigen Schwarz-weiss-Charakterisierung den Akteuren auch wenig Raum zur Entfaltung läßt. Ein paar schrullige Ideen wie z.B. jene von einem HipHop-Künstler, der zuerst aus dem Club rausgeschmissen wird, später aber geläutert wiederkommt (wieso?) und dessen Leibwächter sich zu dessen Glück bei Bartkowiak verdingt, sind einfach zu wenig, um im Gedächtnis zu bleiben.

Insgesamt bleibt ein generischer Thriller um einen fast schon rücksichtsvoll zu bezeichnenden MMA-Fighter, der zwar nicht schlecht gemacht ist, allerdings für mehr als eine Sichtung nicht taugt. 5 Punkte.

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