Review

iHaveCNit: Hinterland (2021) – Stefan Ruzowitzky - Paramount
Deutscher Kinostart: 07.10.2021
gesehen am 10.10.2021
Arthouse-Kinos Frankfurt –Cinema Petit – Reihe 4, Sitz 1 – 18:00 Uhr

In meiner Post-Bond-Phase gibt es ja auch durchaus den ein oder anderen interessanten Film, den die Kinostarts zu bieten haben. Einen davon habe ich bereits auf der Liste gehabt, ohne zu wissen, was mich überhaupt erwarten wird – rein von der Besetzung des Österreichers Murathan Muslu, der mich bisher schauspielerisch und auch musikalisch überzeugt hat. Und als ich die ersten bewegten Bilder des Films in Form eines Trailers gesehen habe, wusste ich, dass mich eine sehr interessante Reise im Kino erwarten wird.

Es ist das Jahr 1920. Der Wiener Peter Perg war nach dem ersten Weltkrieg in russischer Kriegsgefangenschaft und kehrt sowohl traumatisiert als auch desillusioniert in die Heimat zurück. Doch kurz nach der Heimkehr ist der ehemalige Polizist wieder gefragt, da ein bestialischer Mord geschieht und das Opfer mit ihm in Verbindung stand.

Neben einer unglaublich starken Performance von Murathan Muslu, der seinen Peter Perg sehr düster, vielschichtig und desillusioniert darstellt, bietet der Film vor allem optisch sehr starke Schauwerte, die das düstere und desillusionierte unterstreichen. Häuser, Straßen, Fenster, Türen, Innenbereiche von Häusern – alles ist verschoben, verzerrt und schief. Mit diesem expressionistischen Look gibt das dem Film eine ganz eigene Atmosphäre. Verbunden wird der Film mit einer doch interessant konstruierten Mordserie eines Serienkillers, dessen Tableaus (bzw. Tatorte) schon durchaus sehr brutal und morbide anmuten. Die Auflösung des Falls ist dann auch interessant, aber durchaus vorhersehbar konstruiert. Des weiteren schildert der Film auch auf sehr interessante Art und Weise, wie die überlebenden Kriegsheimkehrer nach ihrer Kriegsgefangenschaft vollkommen als Ausgestoßene behandelt werden – auch in Bezug etwaiger dadurch bedingter politischer und ideologischer Differenzen, die aufkommen können und es wird angedeutet, was sie in der Gefangenschaft erleiden und durchleben mussten, was dem Film etwas zeithistorisches und noch bedrückenderes gibt.

„Hinterland“ - My First Look – 8/10 Punkte.

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