Review

Phil Tippet ist ein Wahnsinniger.

Der Mann, der wohl als einziger rechtmäßiger Nachfolger Ray Harryhausens in der Stop-Motion-Tricktechnik angesehen werden kann, der schon die AT-AT des Imperiums und ROBOCOPs Killerroboter ED-209 in Bewegung brachte, und dessen Karriere 1993 mit der Premiere realistischer CGI in JURASSIC PARK beendet schien, bastelte mit Filmstudenten und Kicksterterfinanzierung in dreißigjähriger Fleißarbeit sein eigenes filmisches Universum, das des verrückten Gottes.

MAD GOD ist kaum zu beschreiben, Dialoge gibt es ebensowenig wie eine herkömmliche Handlung, man könnte eher von einer Interpretationsvorlage sprechen, von einem Freeflow in Sachen Horrorfantasy-Worldbuilding.

Tippetts dystopische Allegorie ist ein irres Panoptikum von Visionen, Geräuschen, Einfällen und Kreaturen, der Film fühlt sich an wie THE DARK CRYSTAL auf Acid, wie HELLRAISER by Jan Svankmaier, wie ein sehr sehr langes Tool-Musikvideo der Quay Brothers.

Natürlich ist die Länge bei einem solchen Film die Schwachstelle und MAD GOD wäre wohl als Kurzfilm-Trilogie verdaulicher gewesen. Aber manchmal zeichnet ein Meisterwerk eben auch aus, dass man durch muss.

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