Review

Stop-Motion-Midnight Madness-Masterpiece

Was ein Teil, was ein Herzensprojekt, was ein Abgrund!
Zieht uns Tippett hier alle düster und faszinierend mit in seinen zuckenden Schlund.

In diesem Stopmotion-Wust wird nicht geredet, sondern geklotzt,
selten hat einer Spielzeugschlachtfelder kultiger aufgemotzt.

Ein namenloser Attentäter oder Soldat steigt hinab,
zwischen dystopischen Ruinen und grauen Umrissen halten ihn Monster auf Trab.

Erzählt wird nicht, verstört nur zu,
man fühlt sich in einer ganz eigenständigen Vision und Welt im Nu.

Ein Meister seiner Zunft, über 30 Jahre in der Mache,
tut mir leider, wenn ich’s aus Begeisterung etwas lassen krache.

Zwischen Gilliam und Harryhausen, zwischen den Muppets und Abe's Odyssee,
kann ich dieses einzigartige Teil nur loben über den Klee.

Das geht auf die Instinkte, das schlägt auf den Magen,
nach Story und Hintergründen sollte man hingegen nicht allzu viel fragen.

Wer Surrealismus wie einst bei Dali und Bunuel nicht verträgt,
sich lieber nicht mit diesen dreckigen 83 Minuten belegt.

Exkrement, Experiment, ungehemmt und chaotisch,
wirkte das auf mich gerade auf großer Leinwand einfach nur hypnotisch.

Es werden Cameron wie Kubrick zitiert,
Tippett wird definitiv nie werden erreicht und kopiert.

„Mad God“ sieht man seine Ambition, seine Geduld, sein Stehvermögen an,
dieses pupillenweitende Panoptikum zieht Filmnerds voll in seinen Bann.

Urban, alptraumhaft, deprimierend, industriell bis philosophisch,
wird da schonmal im Handumdrehen ein Totenkopf zu einem Klofisch.

Mitternachtsdaumenkino der epischsten und nischigsten Sorte,
das Gegenteil eines Projekts aus der Retorte.

Fazit: „Mad God“ ist Kunstwerk, Trip, Abstieg, Schönheit, Alptraum und Wahnsinn zugleich - Tippett hat hier einen Klassiker seiner Nische und einen direkten Kultfilm geschaffen, der jeden Zahn der Zeit einfach rausreissen wird!

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