"Mad God" erreichte allein aufgrund seiner Produktionsgeschichte und seiner Machart in einigen Kreisen einen gewissen Kultstatus. Ob das gerechtfertigt ist, muss jeder für sich entscheiden. Eine wirkliche Handlung gibt es nicht. Der namenlose Soldat durchschreitet, in diesem zu größten Teilen als Stop-Motion-Film realisierten Projekt, eine albtraumhafte, postapokalyptische Welt, die auch ein wenig an Tarkowskis "Stalker" (1979) erinnert. Dabei verzichtet Phil Tippett jedoch gänzlich auf Dialoge. Die kunstvollen Kulissen sind atemberaubend in Szene gesetzt, doch das Werk wird dennoch die Zuschauerschaft spalten. Die surrealistischen Kulissen haben mitunter etwas Ekelerregendes. Entstellte Figuren, Körperflüssigkeiten und Körperausscheidungen werden immer wieder ins Bild gesetzt. Den künstlerischen Anspruch kann man dem Film kaum absprechen, doch der Betrachter weiß eigentlich nie so wirklich, worum es geht und auch die Bilder lassen enorm viel Interpretationsspielraum. Ein roter Handlungsfaden fehlt beinahe gänzlich. Einzelne wenige Szenen sind auch mit echten Schauspielern angereichert. Tricktechnisch ist "Mad God" stark, fristet aber mit seinem Inszenierungsstil doch eher ein Nischendasein. Am Ende des Films wird bei den meisten Zuschauern ein großes Fragezeichen stehen, ob des zuvor Gesehenen.