Filmemachen ist keine Hexerei
Ein schlechtes Drehbuch kann einen Film ruinieren. Aber so ganz ohne Drehbuch, das ist doch auch keine Lösung.
SHE WILL hat gerade mal einen Hauch von Handlung: Die alternde Filmdiva XY verbringt, begleitet von ihrer jungen Pflegerin, einige Tage in einem Künstler-Retreat in den schottischen Highlands (von denen man aber leider fast nur Waldaufnahmen bei Nacht sieht). Dort beginnt dann eine freie filmische Assoziation über Weiblichkeit und Alter, Natur und Vergehen.
Nun ist nicht jede/r Filmstudierende der neue Terence Malick und Charlotte Colberts Langfilmdebüt kommt über schöne Bilder und löbliche Absichten nicht hinaus. Vermutlich sind auch die eingestreuten Schneckenfilme keine selbstironische Anspielung auf das Tempo des Films, sondern eine weitere prätenziöse Matriarchatsmetapher.
Denn um Hexen geht es natürlich auch noch, deren Frauenpower steckt noch tief im Highlandschlamm und ihre Asche schneit ab und an durch die Gegend, weil natürlich auch das klasse aussieht.
Schließlich kristalliert sich auch noch ein Missbrauchs- und Rache-Thema heraus, das deutlich an die bekannte Polanski-Affäre angelehnt ist.
An Motiven mangelt es dem Film also nicht. Er scheitert allein daran, sie zwingend zu verbinden und für den Zuschauer interessant aufzubereiten.