kurz angerissen*
Ein Film, der sich maßgeschneidert wie eine zweite Haut auf der markanten Figur von Cassandra Peterson niederlegt und ausschließlich dazu gemacht scheint, ihr zu dienen. Jeder Fetzen Handlung kreist radial um die Attraktion in der Hauptrolle; ihre Belange sind zugleich die Belange des Films. Im Rückblick scheint es so, als sei vieles in Aufsicht gefilmt worden; vielleicht, weil die Kamera wie ein unwürdiger Wurm im Staub kriecht.
Wie so viele Geschichten, die um extravagante Charaktere herum aufgebaut sind, erzählt auch „Elvira“ von der Anziehungskraft des Ungewöhnlichen, die das Alltägliche in eine Ausnahmesituation versetzt. Es ist kein Zufall, der die Radiomoderatorin mit Las-Vegas-Ambitionen zunächst in ein abgehalftertes Kaff zieht, denn es geht wie so oft in der Unterhaltungsbranche um schrille Kontraste.
Peterson indes verschmilzt mit ihrer Rolle und es ist schwer auszumachen, ob es bei all dem ländlichen Affentheater mit Erbschaftsstreits und Hausrenovierungen nun um sie oder um ihre Kunstfigur geht. Dass sie schlussendlich kein Original ist, sondern ein Epigon auf Basis von Maila Nurmi („Vampira“) und Carolyn Jones („Morticia Addams“), arbeitet sie dabei durchaus in ihre Rolle ein, indem sie sich ironisch als naiv verkauft und selbst im Tête-à-Tête mit einem Dorftrottel noch ungeschickt verhält; wie eine Anfängerin, die völlig natürlich zu dem exotischen Geschöpf heranwächst, das sich von allem abhebt, mit dem sie in Berührung kommt.
Der zur Schau gestellte Humor ist dementsprechend oberflächlich, weil er die Raffinessen der Postmoderne nicht zur Verfügung hat. Dem besonderen Charme der Hauptdarstellerin ist es aber zu verdanken, dass man trotz der platten Gags über große Oberweiten und schmale Taillen voll auf seine Kosten kommt, selbst wenn sich der Ausflug auf die Kinoleinwand wie ein Werbefilm anfühlt. Aber das könnte man schließlich auch von Yankovichs „UHF“ behaupten...
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