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Käfer, Wanzen und andere Kriechtiere taugen in rauen Mengen durchaus für Tierhorror, doch Regieneuling James Suttles schafft es gerade mal, ein (!) Tier in Form eines Mini-Skorpions zu involvieren. Statt Horror und Thrill gibt es Familiendrama auf breiter Ebene, was aufgrund des schlechten Schauspiels und vieler gestelzter Dialoge oft unerträglich langweilig erscheint.

Die ehemalige drogenabhängige Lehrerin Beth (Sarah Navratil) musste ihren Job an den Nagel hängen, woraufhin ihre Tochter Meg (Maple Suttles) unter extremer Trennungsangst leidet, was auch ihr Mann Jack (Kevin Patrick Murphy) ausbaden muss. Als Meg auf einem Flohmarkt einen Teddy erhält und kurz darauf im Wald in Ohnmacht fällt, nimmt das Schicksal seinen Lauf, denn etwas hat von dem Mädchen Besitz ergriffen…

Eine Szene in den ersten Minuten nimmt bereits vorweg, dass in dem Teddy namens Ricky Parasiten auf einen neuen Wirt warteten. Zu sehen ist von denen jedoch nichts, stattdessen kommunizieren als Wirt dienende Leute mit Klackergeräuschen. Was in der Theorie nach einer Body Snatchers Variante mit etwas Körperhorror klingt, entpuppt sich in der Praxis als Familiendrama mit gehörigen Nervfaktoren.

Das latent bockige Kind ist eines davon, das konsequent falsche Verhalten der Eltern das andere. Da kann ein aufgesuchter Therapeut herzlich wenig bewegen und auch die ältere Freundin der Mutter (Dee Wallace) richtet nichts aus. Erst im letzten Drittel, als bereits weit eine Stunde mit Redundanz verplempert wurde, wird die Gesamtsituation ein wenig bedrückender, doch gleichermaßen ist komplett erahnbar, wie in etwa die Pointe ausfallen dürfte.

Nun hätte man aus den Momenten des jeweiligen Befalls ein wenig Body Horror schmieden können, doch genau dort wird konsequent ins Off verlagert, wahrscheinlich, weil Budget und Kompetenz nicht ausreichten. Die Effekte langten lediglich für einen leicht pulsierenden Teddybauch, etwas Schleim im selbigen und eine leicht grotesk anmutende Einlage während des Showdowns, die aber auch nichts mehr rettet. Warum die Chose um Weihnachten herum angesiedelt ist, erschließt sich genauso wenig wie die vagen Hintergründe von Beths Trauma, denn auch diesbezüglich werden nur Andeutungen gemacht, die auf psychologischen Oberflächlichkeiten beruhen.

Regisseur Suttles schickte mit seinem Debüt gleich mal seine kleine Tochter vor die Kamera, die sich immerhin einigermaßen wacker schlägt, - für die nervtötenden Attribute ihrer Figur kann sie nichts und für die grottige Synchro auch nicht. Urgestein Lee Wallace erhält recht zu Beginn eine Szene, in der sie ihr Können überzeugend unter Beweis stellt, im Verlauf relativiert sich dies leider. Alle übrigen performen eher unterdurchschnittlich, was die statische Kamera in sehr vielen Momenten nur allzu deutlich untermauert. Der abwechslungsreich gestaltete Score kaschiert letztlich kaum die eklatanten Schwachstellen.

Selbst trashiger Tierhorror hätte wahrscheinlich einen deutlich höheren Unterhaltungsfaktor hervorgekitzelt, als diese halbgare Mischung, bei der sich innerhalb der viel zu langen 104 Minuten nicht eine spannende Szene abzeichnet. Hölzerne Dialoge, unsympathische Figuren, null Schauwerte und ein immerhin nicht gänzlich misslungener Schlussmoment, - eine durch und durch lahme Angelegenheit.
2,5 von 10

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