Review

Die Idee einer animierten Fassung des Romero-Klassikers ist noch nicht einmal neu, denn bereits 2015 erschien „Night of the Living Dead: Darkest Dawn“, welcher jedoch weitgehend ungeachtet blieb. Als Hommage, die der originalen Erzählung weitgehend treu bleibt, geht der Stoff mit einigem Wohlwollen noch durch, doch die optische Ausarbeitung ist die eines Klassikers absolut unwürdig.

Barbara und Johnny besuchen ein Grab auf dem Friedhof, als Johnny von einem Fremden angegriffen wird und eine tödliche Verletzung erleidet. Barbara flieht zu einem nahe gelegenen Farmhaus, wo sie zunächst auf Ben, später auf weitere Personen im Keller trifft. Man versucht das Haus abzuschotten, denn die Untoten werden immer mehr…

Regisseur Jason Axinn erzählt die Geschichte keineswegs neu oder aus einem anderen Blickwinkel. Er orientiert sich am Original, fügt eine Flashbackszene um Ben an einem Diner hinzu, lässt den Figuren jedoch nicht allzu viel Raum zur Entfaltung, wodurch ein menschlicher Antagonist wie Harry Cooper allenfalls unangenehm rüberkommt, aber nicht übermäßig boshaft erscheint.

Derweil ist der Animationsstil nichts weiter als simpler Zeichentrick. Folgerichtig ist die Optik gewöhnungsbedürftig, selbst für ältere Semester, die mit schlichten Animationsserien wie „Wickie“ oder „Biene Maja“ aufgewachsen sind. Die meisten Hintergründe bleiben recht statisch, die Protagonisten sind allenfalls zweckmäßig gezeichnet und einige Bewegungen kommen arg abgehackt rüber. Im Bereich Gore weichen die Darstellungen hingegen deutlich vom Original ab, denn hier finden sich einige drastische Gewaltmomente wie zerschossene Köpfe und zerstückelte Leichen und auch einige Fressszenen sind auszumachen. Aufgrund der detailarmen Umsetzung relativiert sich die Brutalität allerdings.

Ansonsten erleben Genrefans und Kenner des Zombiefilms von 1968 nichts neues, viele Szenen wurden gar 1:1 übernommen, gleiches gilt für die Mehrheit der Dialoge, welche immerhin von einer insgesamt ordentlichen, obgleich nicht sonderlich markanten Synchro ausgeführt wird. So reizvoll die Prämisse eines animierten Klassikers auch klingt, so unpointiert gestaltet sich die lieblos animierte Umsetzung, welche innerhalb der 61 Minuten Laufzeit (zehn Minuten lässt sich der Abspann Zeit) zumindest keine Längen aufkommen lässt.
4,5 von 10

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