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Diplomaten-Töchterchen Angela ist wenig begeistert davon, dass ihr alter Herr sich die wesentlich jüngere Irene angelacht hat und vorhat, diese zu heiraten. Als ihr Vater mal wieder auf einer seiner Dienstreisen ist, fasst die durchtriebene Angela darum den Plan, Irenes Beziehung zu diesem dadurch zu sabotieren, dass sie die attraktive Frau von ihrem Freund Sandro verführen lässt, was allerdings schon im Ansatz scheitert. Kurz darauf erfährt Angela, dass Irene zu ihren Schulzeiten eine Affäre mit einer ihrer Lehrerinnen gehabt haben soll, die sich, als die Lesbelei irgendwann ans Licht der Öffentlichkeit kam, aus Scham selbst umgebracht hat, weswegen sie nun selbst versucht, bei ihrer zukünftigen Stiefmutter zu landen... mit einigem Erfolg. Das Intrigen-Spiel scheint wie gewollt aufzugehen, doch irgendwann entwickelt Angela dann doch unbeabsichtigt echte Gefühle für Irene, was schließlich ein böses Ende nehmen wird... Was hierzulande unter dem echt depperten, alten Kino-Titel "Sonne, Sand und heiße Schenkel" wohl mit Gewalt in Richtung der damals angesagten Erotik-Klamotten gedrückt werden sollte (die aktuelle DVD wird da zumindest unter dem etwas passenderen Titel "Jung, schön und lasterhaft" vertickt, immerhin), entpuppt sich nach Ansicht als erotisch aufgeheiztes Drama, das in der Schilderung des Beziehungs-Geflechts der einzelnen Figuren ab und an ein wenig Giallo-ekes Flair verbreitet... und auf diese Weise eine Art innere Spannung kultiviert, wo die Handlung an sich ein wenig durchhängen würde. Regisseur Silvia Amadio inszeniert ergo wieder nach der Manier seiner Genre-Beiträge "Haus der tödlichen Sünden" und "Smile Before Death", die ja auch schon mit so einigen Softsex-Einlagen aufgemotzt waren, auch wenn er diesmal kein reines Thriller-Terrain beackert. Die Ferkeleien mögen da etwas weniger explizit ausgefallen sein, als man es eigentlich erwartet hätte, aber dank der Besetzung der beiden zentralen Frauen-Rollen mit "Freche Teens"-Mäuschen Gloria Guida und "Red Wedding Night"-Hottie Dagmar Lassander ist der Streifen trotzdem sexy bis zum Anschlag und verbreitet mit seinen gut ausgesuchten Drehorten auf Sardinien zudem eine permanente Sommerurlaubs-Atmo. So ist "Sonne, Sand und heiße Schenkel" dann ergo doch ein durchweg sehenswerter Vertreter des mediterranen Sexploitation-Kinos der 70er Jahre ohne Längen und erzählerische Schnitzer geworden, der letzten Endes vielleicht sogar mehr Tiefgang vermittelt, als man es von einem vermeintlich banalen Titten-Filmchen erwartet hätte. Schade, dass sowas vor Dekaden in der Schmuddel-Ecke geparkt wurde und mittlerweile fast völlig vergessen ist, während eine furzlangweilige Scheisse wie "Der letzte Tango in Paris" weiterhin als Meisterwerk des erotischen Films gilt... nun ja, jedem Tierchen sein Pläsierchen...

8/10

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