Review
von Leimbacher-Mario
Atmosphäreedelstück
Eine junge Einwanderin zieht in einen alten Pensionskomplex und träumt den klassischen American Dream. Doch schnell muss sie feststellen, dass sie sich eher in einem düsteren Alptraum befindet und in dem Gebäude gespenstische Dinge vor sich gehen, vor denen es kein Entkommen zu geben scheint - im Mittelpunkt eine mysteriöse Kiste aus dem Dschungel?!
Was ist in der Box?!
„Niemand kommt hier lebend raus“ ist ein später (vor allem in seinem ziemlich verrückten letzten Viertel) deutlich metaphorischer, die meiste Zeit jedoch eher klassisch interpretierter Schocker zwischen gepeinigten Geistern, Traumawesen und echten Menschenmonstern. Oft wirkt die britische Produktion gar spanisch oder südamerikanisch, fast wie „Aterrados“ oder „32 Malasana“, alles wirkt ein Stück frischer, intimer und natürlicher als in vielen vergleichbaren Hollywoodproduktionen. Außerdem ist die Regie sehr routiniert für ein Debüt (der Mann hat aber auch schon etliche Kurzfilme im Kerbholz), die Laufzeit aufs Nötigste beschränkt und es wird sich beileibe nicht nur auf Jumpscares verlassen. Sowohl seine Schattenspiele als auch allgemein die besprochenen Themen sind gewichtig, gekonnt, gefühlvoll. Die allgemeine Aura geht unter die Haut. Ein guter Genrehappen. Trotz dann doch noch einiger Rückfälle in abgenutzte Wege und Tugenden. Ein Ari Aster ist er nicht.
Fazit: in seinen besten Momenten angsteinflössend, konzentriert, feminin, international und schaurig. Gänsehaut für Gourmets garantiert. Dann oft aber doch wieder deutlich klischeehaft und blass. Dennoch: Netflixtipp und über dem dortigen sowie dem allgemeinen Horrorschnitt!