Sobald Halloween in greifbare Nähe rückt, erscheinen vermehrt Horrorfilme, deren Handlung an eben jenen Tag angesiedelt ist. Dadurch wird der Betrachter in eine bestenfalls gruselige Herbststimmung versetzt, was in einigen Fällen schon mal die halbe Miete sein kann. Den Rest bestreitet Spielfilmdebütant Jess Norvisgaard mit zahlreichen Anleihen der 80er, allen voran „Night of the Demons“.
Pünktlich zu Halloween erhält Lehrer und Sammler Melvin (David Rucker III) eine Kiste mit ominösem Inhalt, den angeblich sterblichen Überresten einer Schwarzmagierin. Doch nach einer unüberlegten Handlung wird die Vampirdämonin erweckt, während zeitgleich ein Gangstertrio (Bill Oberst Jr., Kane Hodder und Mary Katherine O'Donnell) am Haus eintrifft und noch nicht ahnt, welches Grauen sie erwartet…
Auch Norvisgaard lässt die 80er wieder vollends aufleben, denn sein preisgünstig realisierter Stoff versprüht mithilfe entsprechender Synthiesounds, Credits in Neongrün und handgemachten Bluteinlagen ein entsprechendes Flair. Zudem setzt er anfangs voll auf Verhaltensweisen, die nach heutigen Etiketten alles andere als politisch korrekt zu betrachten sind. Wenn sich nicht mehr ganz so junge Mädchen im Mini bei der Ankunft eines Kuriers erst einmal ausgiebig und natürlich nur ganz zufällig bücken, während dem rünstigen Kerl die Augen übergehen, ist das wahrlich ein Relikt uralter Zeiten.
Um die psychopathische Figur von Kane Hodder einzuführen, reicht das Szenario einer Entführung, in der der Schlächter nach einigen niederträchtigen Ausdrucksweisen das Großkaliber auf zwei Anwesende richtet, von denen eine deutlich minderjährig ist. Kinder werden hier nicht zwangsläufig verschont, nur weil mal wieder „Süßes oder Saures“ angesagt ist. Das steht allerdings im Kontrast zu dem Anspruch, hin und wieder Humor einfließen zu lassen, was nur sehr bedingt von Erfolg gekrönt ist, allenfalls mithilfe vager Situationskomik. In dieser Hinsicht nimmt sich der Stoff zu ernst und lässt kein Augenzwinkern zu, obgleich die überbordende Art der Dämonenfrau so einige Male dazu einladen würde.
Für allzu viel Blutvergießen wird indes nicht gesorgt. Einige Gewaltakte spielen sich im Off ab, es bleiben einige Messerstiche, die Entnahme von Gekröse und zwei Halsbisse, was nicht allzu drastisch inszeniert ist. Leider spielt sich nach einem halbwegs stimmungsvollen Einstand der Hauptteil der Handlung in dem weitgehend austauschbaren Haus ab und nur selten wird etwas von der Halloweenstimmung des angrenzenden Gartens eingefangen.
Entsprechend haben die Mimen etwas mehr zu tun, obgleich einigen wie Linnea Quigley nur eine eher unwesentliche Nebenrolle zufällt. Performt wird unterm Strich solide, die Synchro fällt allerdings schwach aus und lässt viele Dialoge recht hölzern klingen.
Demgegenüber ist die musikalische Untermalung, einschließlich zweier Songs mit Erfolg um 80s Vibes bemüht, gleiches gilt für die Aufmachung der Bedrohung, welche allerdings phasenweise zu sehr in den Hintergrund rückt und folgerichtig nur ab und an für einigermaßen spannende Einlagen sorgt.
Mit etwas mehr Budget und entsprechendem Budenzauber wäre eventuell mehr drin gewesen, doch unterm Strich liefert Norvisgaard zu wenig Kreativität ab und bleibt bei der Belagerungssituation weit hinter dem Potenzial spannender Konfrontationen.
Also nicht der optimale Stoff, um Halloween gebührend stimmungsvoll zu feiern.
5 von 10