Review

Story:
Der Schriftsteller John Morlar (Richard Burton, Der Exorzist 2 - Der Ketzer) wird mit eingeschlagenem Schädel in seiner Wohnung aufgefunden. Erstaunlicherweise ist er noch am Leben, und so bringt man ihn in die Klinik und legt ihn an den Tropf. Der französische Inspektor Brunel (Lino Ventura, Die Filzlaus), nur auf Austausch in London, wird mit der Aufklärung des Attentats beauftragt. Bald hat er Morlars Psychiaterin Dr. Zonfeld (Lee Remick, Das Omen) ausfindig gemacht. Diese erzählt ihm, daß Morlar daran glaubte, Katastrophen heraufbeschwören zu können. Der zunächst skeptische Brunel befragt sämtliche Leute, die mit Morlar bekannt waren (von denen auch nicht mehr allzu viele leben), und je mehr er herausfindet, desto mehr glaubt er, daß Morlar kein Irrer ist, sondern wirklich über enorme telekinetische Kräfte verfügt, mit denen er unter anderem seine Eltern ermordet und eine Mondrakete zum Absturz gebracht hat. Bald ahnt Brunel, daß Morlar noch einen letzten großen Schlag plant...

Musik:
Das einzig wirklich ärgerliche an diesem atmosphärisch dichten und gut besetzten Thriller stellt der allzu effekthascherische und nervige Soundtrack da. Vor allem an der Absturzstelle eines Jumbos (ebenfalls von Morlar verschuldet) ganz zu Anfang des Films fällt eine laute Musik auf, die plötzlich und ohne Vorwarnung losdonnert. Doch den erwünschten Schockeffekt hat dies nicht, es geht einem lediglich auf den Wecker.

Atmosphäre:
Hier sammelt der Film natürlich tüchtig Pluspunkte. Brunels Odyssee auf der Suche nach Leuten, die Morlars Bekanntschaft überlebt haben, unterstützt durch zahlreiche Rückblenden, aber auch das Finale (das hier nicht verraten wird) haben es spannungstechnisch unheimlich in sich. Es ist erstaunlich, daß ein Film von etwa 105 Minuten Länge seinen Spannungsbogen nicht nur ohne Leerläufe halten, sondern sogar steigern kann - und das alles ohne überflüssige Brutalität.

Schauspieler:
Auch hier wurde mehr als eine gute Wahl getroffen. Lino Ventura als zunächst skeptischer und hinterher panischer Inspektor überzeugt auf der ganzen Linie, und auch Richard Burton hat hier eine Rolle gefunden, in der seine wässrigen Säuferaugen nicht fehl am Platze, sondern sogar nötig sind, um seinen "bösen Blick" überzeugend rüberzubringen. Lee Remick als Dr. Zonfeld geht da natürlich etwas unter, zumal ihre Augen denen von Burton recht ähnlich sind, so daß man sich zwischendurch fragt, ob sie ähnliche Fähigkeiten wie Morlar besitzt. Harry Andrews als Polizeipräsident und Philip Stone als Dekan der Westminster Abbey sind nur wenig mehr als Statisten, machen ihre Sache aber auch ordentlich, ebenso die anderen Nebendarsteller.

Fazit:
Ein auf der ganzen Linie überzeugender Mystery-Thriller der Extraklasse, der heute wohl nicht mehr in dieser Art gedreht werden könnte (Flugzeuge, die Hochhäuser rammen, sind aus gutem Grunde aus Filmen verschwunden, und es ist fraglich, ob der Film mal wieder im Fernsehen läuft). Wer den Film trotzdem mal in die Hände bekommt und sich nicht an der grauenvollen Musik stört, den erwarten 105 Minuten pure Spannung, ohne daß ein Malstrom von blutigen Bildern über ihn hereinbricht.

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