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Kaum steht Weihnachten vor der Tür, hantiert mal wieder jemand mit einer Handpuppe, welche direkt von „Gremlins“ inspiriert sein dürfte. Oder Regisseur und Co-Autor Tony Jopia hat sein Monchichi aus den 80ern ein wenig modifiziert und es einem halbwegs extraterrestrischen Aussehen angepasst. Hinzu kommen ein paar kleine Latexmonster und schon kann die Hatz an Weihnachten starten.

Eine Gruppe von Astronomiestudenten ist auf dem Land unterwegs, als Teile eines Schafskadavers vor die Windschutzscheibe ihres Busses fliegen. In der näheren Umgebung finden sie Überreste von Schafen und ein kleines pelziges Wesen, welches sie unter ihre Fittiche nehmen. Kurz darauf werden die Jugendlichen angegriffen, während der Busfahrer und weitere Opfer zu Zombies mutiert sind. Der bereits dezimierten Gruppe gelingt die Flucht in ein Herrenhaus…

Tony Jopia hat mit seiner Creature-Komödie einen Rundumschlag versucht, der einige Bereiche von Monsterfilmen der 80er abdeckt. Während der pelzige Mumpy (und eigentliche Held) zwangsläufig an Gizmo erinnert, bildet die Erscheinung der bösartigen Angreifer eine Mischung aus „Gate, die Unterirdischen“ und „Night of the Creeps“: Rund 60 Zentimeter hoch, per CGI mit deutlichen Latextexturen erkennbar, in Form von Puppen jedoch einigermaßen passabel in Szene gesetzt.

Leider kristallisiert sich kein prägnanter, einnehmender Held heraus. Die Unsympathen werden rasch zu Kanonenfutter und die wenigen erträglichen Figuren treten zu sehr in den Hintergrund, bis auf eine wortkarge, japanische Amazone, die aber auch nur kapitelweise in den Vordergrund rückt. Es mag zudem an den wenig präsenten Darstellern und der oft unpassenden Synchro liegen, dass die Gruppe Überlebenskämpfer zum Einheitsbrei verkommt.

Das augenscheinlich geringe Budget ist der Produktion früh anzumerken, denn bereits die Raumschiffe sind schwach entwickelt und phasenweise fehlen den Außerirdischen entsprechende Schattenwürfe, woraufhin sie recht ungelenkt ein wenig oberhalb einer Wiese stehen, aber nicht mitten im Gras. Obgleich viel Bewegung im Spiel ist und Fäuste, Schusswaffen und diverse Schwerter zum Einsatz kommen und schließlich auch eine Handvoll Zombies mitmischt, fallen diverse Bluteinlagen eher schwach aus, was ebenfalls an den unterentwickelten CGI liegt. Beim Durchbohren per Schwert wird die Einlage schlicht über den entsprechenden Körper gelegt, während Blutspritzer irgendwo zu sehen sind, jedoch selten an der eigentlichen Wundöffnung. Die wenigen handgemachten Effekte (Halsbisse) sehen wiederum okay aus und zumindest sind einige Alien-Egel nicht gänzlich übel ausgefallen.

Alles außerhalb von Flucht, Fight und Verbarrikadieren unterstreicht den billigen Charakter der Produktion, welche ausschließlich von Trashfans ohne größere Nebenwirkungen gesichtet werden kann. Der Humor kommt zudem deutlich zu kurz und zündet eigentlich nur bei den Konversationen innerhalb der Alienmonster. In der zweiten Hälfte mit minimalem Weihnachtsflair versehen, ist „Creatures“ nicht der anvisierte Partyfilm, den Tony Jopia augenscheinlich beabsichtigte. Eher etwas für den Kater danach.
5 von 10

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