Beten für einen guten Exorzismusfilm
Nachdem mich letzte Woche der aktuelle größere Hollywood-Exorzismusstreifen „The Pope's Exorcist“ leicht positiv überraschen konnte, nahm ich mir auch nochmal Zeit für den letztjährigen Exorzismusstreifen aus der Retorten… äh Traumfabrik - „Prey For The Devil“, in dem eine (unrealistisch attraktive) Nonne in eine christlich-kirchliche Männerdomäne vordringt und einem süßen kleinen Mädchen den Dämon austreiben will…
„Prey For The Devil“ kann an den Russell Crowe-Exorzismus-Spaß leider nicht anknüpfen. Viel mehr bestätigt Daniel Stamms Nonnenschnarcher fast alle negativen Vorurteile und Befürchtungen, die man zu einer solchen seelenlosen Auftragsarbeit haben kann und die einen schon beim Trailer übel beschleichen. Seine trashige Seite wird ungeschickt unter den Tisch gekehrt, die meisten Darsteller fühlen sich auf Autopilot an, Bedrohung spürt man nie, die billigen Effekte, Jumpscares und Grimassen lassen den Kopf schütteln und einen aus den ganz falschen Gründen schaudern. Da wirkt wie ein schlechtes 00er-Revival. Kein Spaß, keine Spannung, keine Charaktere, die einen interessieren. Story für'n Bierdeckel, Ende für'n Hintern, tausende Klischees, nur Boxen abgehakt und wie von einem Algorithmus ohne Gefühl und Takt geschrieben. „Prey For The Devil“ kann selbst die heilig-hübsche Jacqueline Byers nicht mehr retten. Formelhaftestes Füllmaterial. Vielleicht gerade so zum Netflix&Chillen.
Fazit: effekthaschender 08/15-Exorzismushorror gefühlt von Nonnen über Nonnen für Nonnen - lahm, zahm, nicht mein Kram!