iHaveCNit: Dear Evan Hansen (2021) – Stephen Chbosky - Universal Pictures
Deutscher Kinostart: 28.10.2021
gesehen am 09.11.2021
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 12 – Reihe 16, Platz 15 – 17:00 Uhr
Vom Musical „Dear Evan Hansen“ habe ich bis zum Film noch nichts gehört, aber der Trailer der Verfilmung hat mich einigermaßen angesprochen und da habe ich mich entschieden, den Film noch mitzunehmen – gerade auch wenn man sich einen Teil der Leute vor und hinter der Kamera ansieht, da mir von schauspielerische Seite vor allem Julianne Moore und Amy Adams gefallen und auch die bisherigen Filme mit Beteiligung der Songwriter und Komponisten Justin Paul und Benj Pasek gefallen haben.
Evan Hansen ist ein total verschüchterter Jugendlicher, der mit Angst- und Panikattacken sowie sozialen Phobien zu kämpfen hat. Eine Aufgabe seines Psychotherapeuten ist es, sich selbst positive Briefe zu schreiben. Als eines Tages der Brief in die Hände des drogensüchtigen Außenseiters Connor Murphy gerät, der sich auch noch am selben Tag das Leben nimmt, nimmt eine tragische Geschichte ihren Lauf. Die Eltern von Connor finden den Brief und glauben an eine Freundschaft zwischen Connor und Evan. Evan jedoch traut sich nicht die Situation aufzuklären und baut das Lügenkonstrukt weiter auf, womöglich auch, weil er somit Zoe nahe sein kann – Connors Schwester, in die er heimlich verliebt ist.
„Dear Evan Hansen“ nimmt sich vielen Themen an – über Trauerverarbeitung, psychischen Erkrankungen, Mobbing und Ausgrenzung in der Schule und auch im digitalen Raum ist der Film und auch das Musical eines, das den heutigen Zeitgeist und Nerv trifft. Auch wenn der Film in seiner Tonalität nicht immer ganz stimmig und holprig wirkt und auch mit 137 Minuten zu lang geraten ist, hat mir der Film einigermaßen gefallen. Das mag vor allem daran liegen, dass ich mich ein wenig in meine eigene Vergangenheit zurück versetzt gefühlt habe, denn mit einem Teil meines persönlichen Hintergrunds konnte ich mich vor allem mit dem von Ben Platt gespielten Hauptprotagonisten Evan Hansen identifizieren und reinfühlen. Da ich den Film „leider“ in der deutschen Fassung gesehen habe, ist mir eine Sache missfallen, die ich dem Gefühl speziell meiner Kinosichtung, aber nicht dem Film als solches anrechnen möchte. Die in die Handlung verwobenen Musikstücke wurden in der deutschen Fassung mit synchronisiert statt zum Beispiel im Originalton zu belassen und mit Untertiteln zu versehen. Denn hier wirkt die Vertonung nicht immer Synchron zum Bild und auch nicht immer sicher im Treffen der Töne, wobei das vielleicht auch die Authentizität in Bezug auf Evan Hansen mit seinem sehr zögerlichen Sprechen unterstützt.
Vielleicht gebe ich dem Film irgendwann im Heimkino eine weitere Sichtung – dieses Mal dann in der Originalfassung.
„Dear Evan Hansen“ - My First Look – 7/10 Punkte.