Inszeniert von Lin-Manuel Miranda, basiert der Film auf dem gleichnamigen semiautobiographischen Musical von Jonathan Larson. Die Songs stammen somit nicht aus Mirandas Feder, der selbst schon einige musikalischen Nummern auf der Habenseite hat. Stilistisch im Pop / Rock – Bereich angesiedelt bilden sie eine nette Abwechslung zu dem, was man klassisch im Ohr hat, wenn man an dieses Genre denkt. Wirkliche Ohrwürmer sind für meinen Geschmack nicht dabei, trotzdem klingt alles recht gefällig und gibt dem Werk einen flotten Anstrich. Gleiches gilt für manche Einlage („No More“ und „Sunday“ sind amüsant inszeniert). Da es sich nicht um eine klassische Biographie handelt, nimmt sich die Geschichte natürlich ein paar Freiheiten in Bezug auf Personen, deren Darstellung und manches Ereignis.
Andrew Garfield in der Hauptrolle liefert eine tolle Vorstellung, seine beste Darbietung in meinen Augen. Auch sein Gesang kann sich hören lassen, wie auch der der restlichen Besetzung, die die Songs selbst eingesungen hat.
Weiterhin tauchen im Cast einige Musicaldarsteller, Komponisten und andere Kunstschaffende in Form von Cameos auf. Ein nettes Detail und eine kleine Verbeugung vor den Künstlern an sich. Stephen Sondheim selbst (in persona gespielt von Bradley Whitford) schafft es immerhin als voice mail in den Film.
„tick, tick … BOOM!“ zeigt Andrew Garfield in Topform und ist ein gut inszeniertes Musical-Drama über einen mir bis dato unbekannten Komponisten. Handwerklich ansprechend und die oft verwendeten Themen vom Träumen, Scheitern und der Hingabe an die Kunst bedienend, reißt es auch ein paar leisere Töne zu den Zuständen in den beginnenden 1990er Jahren an. Aber es ist auch ein Werk mit einem für mein Dafürhalten wieder mal abrupten Ende und nicht immer mitreißenden musikalischen Nummern. Trotzdem gut.