Das Restaurant ist überbucht, Teile des Teams zu spät, die Service-Chefin ist überfordert, der Chefkoch hängt an der Flasche, unter den Gästen befindet sich sein Ex-Chef, dem er noch Geld schuldet und der eine bekannte Restaurantkritikerin mitgebracht hat – der Siedepunkt ist in diesem Film bereits in der ersten Minute erreicht, die folgenden anderthalb Stunden köchelt er auf hoher Flamme vor sich hin, immer kurz vor dem Ausbruch.
2019, einige Jahre vor dem Überraschungshit THE BEAR drehte Philip Barantini bereits seinen Kurzfilm BOILING POINT, ebenfalls mit Stephen Graham, nach dem Film folgte 2023 sogar noch eine bislang vierteilige Serie mit demselben Cast für die BBC. In Deutschland wird BOILING POINT unter dem Titel YES, CHEF vermarktet – dem mittlerweile geflügelten Wort aus THE BEAR.
Wer sich nun von wem wofür inspirieren ließ, ist gleichgültig, der Film ist THE BEAR in jedem Fall ebenbürtig, auch wenn man hier deutlich weniger positive Vibes verspürt, dafür ist der Druck schlichtweg zu groß. Denn sowohl Kurz- als auch Langfilm wurden in nur einer einzigen Einstellung gedreht – tatsächlich, ohne gefakte Schnitte. Das trägt natürlich zusätzlich zur atemlosen Atmosphäre bei (und macht das Making of fast so spannend wie den Film selbst).
Eine Empfehlung für Thrillerfreunde, die nicht unbedingt immer einen Mord brauchen.