Ein Witz, der einmal funktioniert, muss dies nicht zwangsläufig ein zweites Mal tun.
So geschehen bei „Natürlich Blond 2“, der Neuauflage von Reese Witherspoons Erfolgstory der intelligenten Blondine, die ihre abschätzige Umwelt verblüfft und mit ihrer freundlichen Natürlichkeit auf ihre Seite zieht.
Klappte das im ersten Film noch überraschend gut, da die zweite Hälfte tatsächlich mit der Behandlung eines schwierigen juristischen Falls so etwas wie einen Plot konstruierte, der über Gags hinaus ging, ist der zweite Teil von Anfang an ein Rohrkrepierer.
Das liest sich dann so: auf der Suche nach den Eltern ihre Chihuahuas wird Elle von einem Detektiv auf ein Tierlabor gebracht, in dem Kosmetika an den Hunden erprobt werden. Fuchsteufelswild zieht sie aus, um die Politik der US-Regierung auf moralisch einwandfreien Kurs zu bringen. Miss Woods geht nach Washington – so könnte man den Film dann auch nennen, der wo könnte der Kontrast zwischen den pinken Outfits unserer Elle Woods und den staubgrauen Anzugkombinationen der Politiker stärker sein.
Von einer tierfreundlichen Abgeordneten unterstützt findet sie Freunde, stößt auf Ablehnung und arbeitet sich doch nach und nach ans Ziel heran, unterstützt von all den blonden Kreischen Amerikas.
Das Ergebnis fischt nach handlich-schrillen Gags, was herauskommt, ist jedoch nur überzogen und abgeschmackt. Die Mechanismen des Films sind vom Start weg auch dem Dümmsten klar und nach einer halben Stunde nervt das Werk nur noch durch Vorhersehbarkeit.
Witherspoon tut zwar ihr Möglichstes in dieser Paraderolle der Blondinen und schmollt, strahlt und kaut die Lippen, dass es nur so eine Freude ist, doch ist es letztendlich zu viel des Guten und der Ablauf ist so plakativ platt und unrealistisch, dass man nicht mal richtig entspannen kann.
Der beste Gag wird dann auch einer unbedeutenden Nebenrolle geschenkt, nämlich einer Hundefriseurin, die Elle und einem konservativen Südstaatenabgeordneten (Bruce McGill schneidet noch am besten ab) klarmachen muss, dass ihre Hunde stockschwul sind und aufeinander stehen. Witherspoon ist ein Abziehbild ohne eine typische Gegenposition wie Selma Blair im ersten Film und Sally Field ist ein Ärgernis sondergleichen.
Insgesamt ein bonbonbuntes, synthetisches Konstrukt, das so schmeckt, wie es aussieht und nicht mal als Frühstücks- oder Nachmittagskaffee-Entspannung richtig taugt, da es nur auf den Senkel geht.
Passend für junge und nicht so junge Damen, die sich eh eigentlich nur unterhalten wollen. (3/10)