Da hat aber mal jemand seine Männerfantasien umgesetzt und sich dabei überdeutlich am klassischen Stoff von „Rambo“ orientiert. Die schwedisch-britische Koproduktion von Regisseur Fansu Njie will nebenher ein Endzeitfilm sein, dessen knapp bemessenes Budget jedoch nicht ausreicht, um es angemessen zu bebildern.
John Wood (Daniel Stisen) war einst bei einer Spezialeinheit, doch seit einer Pandemie, die Europas Population weitgehend dezimierte, wurde er zum Abtrünnigen und lebt seither einsam im Wald. Bis die verletzte Maria (Olga Kent) bei ihm aufkreuzt und um Schutz fleht, - sie ist auf der Flucht vor jenen Söldnern, denen John einst angehörte…
Ein Holzfäller namens John Wood ist ja mal besonders einfallsreich. Der Antagonist heißt übrigens Stone und verhält sich entsprechend hart. Stisen, der als Produzent und Co-Autor fungiert, ist eigentlich als Bodybuilder unterwegs und für die Rolle als wortkarger Einzelgänger prädestiniert, zumindest physisch. Denn auf darstellerischer Ebene werden insgesamt beileibe keine Glanzleistungen vollbracht.
Die sind innerhalb der überaus simplen Story allerdings auch nicht notwendig, denn der Actioner setzt nur selten auf Dialoge und die fallen ausnehmend platt aus, was die schwache Synchro noch verstärkt. Immerhin gibt es anfangs noch einige Flashbacks, die eine Flucht von einem Schiff und eine glückliche Ehe veranschaulichen, bevor es dann zu einigen Konfrontationen kommt, die einen gehörigen Bodycount mit sich bringen.
Das liegt primär am kollektiven Versagen der Angreifer, die sich zwar aufs Dach begeben, sich dann aber lang machen und natürlich sofort herunter gepflückt werden. Oder man folgt den drei, vier Leuten schön nacheinander durch einen Gang, damit einer nach dem anderen als sichere Zielscheibe dienen kann. Hin und wieder spritzt ein wenig Blut, selten mithilfe von CGI, doch nie so explizit, dass eine FSK16 nicht angemessen wäre.
Die wenigen Kloppereien sind zwar okay geschnitten und ohne große Unsicherheiten gefilmt, doch die Choreo liefert wenig Finesse und noch weniger Akrobatik. Teils ist man nur einen Schritt von typischen Bud Spencer Schlägen entfernt und sobald zwei im Clinch liegen, fragt man sich unweigerlich, wann endlich ein Kopfstoß folgt, der jedoch stets ausbleibt. Selbst der Endkampf fördert nicht allzu viel Spannung zutage, wobei man sich eine Hintertür für eine mögliche Fortsetzung offen behält.
Die Kulissen rund um eine Waldhütte und später in den Gängen einer verlassenen Fabrik erscheinen recht austauschbar, gleiches gilt für den Score, der zwar passabel antreibt, jedoch keine Akzente zu setzen vermag. Einzig das insgesamt ordentliche Tempo mit viel Bewegung etwa ab Mitte der rund 87 Minuten halten das Interesse in Ansätzen aufrecht. Zum Mitfiebern langst es indes kaum, denn der überraschungsfreien Handlung mangelt es hüben wie drüben an den notwendigen Kniffen.
Knapp
4 von 10