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Bei einigen Survivaldramen, welche auf angeblich wahren Tatsachen beruhen, steht nur zu hoffen, dass diese Behauptung der reinen Vermarktung dient. Denn ansonsten wären einige Individuen im Zusammenspiel mit der oft unbarmherzigen Natur tatsächlich zu doof zum Überleben.

Sommer 2015: Schon bei der Anreise herrscht dicke Luft zwischen Lisa und Wade, weil sie seinen Heiratsantrag ablehnte. Dann wird Wade auch noch von einer Feuerqualle beim Baden begrüßt und die Pläne für weitere Touristenziele verworfen. Stattdessen zieht es sie mit dem Leihwagen ins australische Outback, um den Ayers Rock zu erkunden, doch inmitten der Einöde versagt das GPS…

Selbst bei einem Tagesausflug durch den Teutoburger Wald würden halbwegs erfahrene Wanderer wenigstens einen Kompass, eine Karte (oder Mobiltelefon), genügend Wasser und ein kleines Notfallset mitnehmen. Doch das planlose Paar hat lediglich einen Ersatzkanister Benzin dabei, eine angefangene Wasserflasche mit weniger als einem halben Liter und nur die Kleidung, die sie am Leib tragen. Als das verpeilte Navi sie schließlich auf eine Holperpiste schickt, während es sich stets neu konfiguriert, sollte man eigentlich schon stutzig werden, doch das Auto abstellen, auf einen Hügel steigen (der höchstwahrscheinlich keine Erkenntnisse in Sachen Orientierung bringt), um im vollkommener Dunkelheit zurückzulatschen, ist in Sachen Irrationalität kaum zu unterbieten.

Obgleich hin und wieder Tiere zu hören sind, spielen diese doch eine recht untergeordnete Rolle, wodurch es trotz der prekären Grundsituation selten zu dringlichen Momenten kommt. Es herrscht schlicht ein Mangel an Intensität, woran das versierte Make-up und die tadellos aufspielenden Mimen nur wenig ändern können. Zumal es nicht bei den ersten Fehlentscheidungen bleibt und sich die Figuren immer tiefer hineinreiten. Allenfalls zwei, drei passable Ideen der Überlebenskämpfer fallen nachvollziehbar aus, was im letzten Drittel allenfalls Makulatur bedeutet.

Am Ende eines Tages bleibt ein junges Paar im Outback stecken, was überraschend wenig Substanz zutage fördert. Zwar bilden die solide Kamera und der zurückhaltende Score weitere Stützpfeiler des brauchbaren Handwerks, doch erzählerische Kniffe bleiben weitgehend aus und so entfaltet sich der Survivaltrip als zu spannungsarm und beinahe so orientierungslos wie die Protagonisten.
4,5 von 10

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