Review
von Leimbacher-Mario
Neues Kapitel, alter Kaffee
Zum zehnjährigen Jubiläum des ersten „Hotel Transsilvanien“ ist nun der vierte Ableger auf Amazon gelandet. Definitiv bisher einer der größeren Einkäufe der Prime-Division. Familienfilme im Heimkino boomen in der Pandemie immerhin massiv. Kein Wunder. Doch was kann dieser vierte Aufguss des Monsterhotels? Und das zum ersten Mal ohne bekannte Synchronsprecher wie Adam Sandler und Kevin James? In „Transfo(u)rmania“ müssen Dracula und Co. ein finales (?) Abenteuer bestehen - und das zum Teil als Menschen! Denn durch den (nervigen und zurecht unbeliebten) Johnny werden die legendären Gruselgestalten plötzlich von ihren übernatürlichen Formen befreit, er in ein Monster verwandelt und die üblichen Rollen vertauscht…
Im Grunde ist „Hotel Transsilvanien 4“ ein Roadtrip mit Vater und Schwiegersohn. In Südamerika. Mit vertauschten Positionen und einem menschlichen Dracu, der plötzlich mit Moskitos, Sonnenbrand und noch immer seinen allgemeinen Problemen mit dem Schwiegersohn kämpft. Wenn Gedanken an solche kleinen, tief hängenden Witzchen und Spielereien euch zumindest minimal zum Schmunzeln bringen, dann wird auch dieser vierte Ableger zumindest nicht ganz seine Wirkung verlieren. Es gibt wieder ein paar catchy Songs und Dancemoves, alles sieht bunt und hochwertig aus, die zum Teil neuen Sprecher machen ihren Job unauffällig bis solide, für Fans von Horrorklassikern wie „Frankenstein“ oder „Der Unsichtbare“ hat das Franchise eh seine unweigerlichen Grundreize und (offensichtlichen) Insider. Die exotischen Gebiete Südamerikas bringen am ehesten noch frischen Wind rein und eine klassische Abenteuerreise nehme ich grundsätzlich immer gerne mit. Nur hier eben mit enorm durchgekautem Beigeschmack, vielen bekannten Jokes und einem einfach mal komplett auf der Stelle tretenden Franchise. Für ein „gut“ reicht das eben spätestens seit zwei Teilen schon nicht mehr. Und wenn das derart uninspiriert weitergeht, dann kann sich das durchaus sogar noch in Richtung „schwach“ verabschieden. Für Teil 4 recht's als Zwischensnack gerade noch. Im Kino hätte mich das mehr geärgert.
Fazit: der vierte Ableger der „Hotel Transylvania“-Reihe ist der Inbegriff von Durchschnitt, Unkreativität und sogar Faulheit. Frisches zum Franchise sucht man hier leider völlig umsonst. Außer ein paar neuen Stimmen (die aber jetzt auch nicht für befriedigend sind) und strahlenden Schauplätzen. Und dennoch: eine gewisse Launigkeit sowohl für Kinder als auch kindgebliebene Horrorfans kann man diesem Monsterabenteuer nicht absprechen.