Mit fortschreitender Dauer der Pandemie wächst der natürliche Drang in die Ferne zu schweifen. In die Natur, in ferne Länder, zu neuen Kulturen. Entsprechende Tendenzen sind auch in verschiedenen Filmbereichen zu erkennen, während anfangs noch die Solidarität herrschte, sich zwangsweise einigeln zu müssen, wodurch das Setting von „Intrusion“ gar als Sinnbild verstanden werden könnte: Ein unpersönliches, überdimensionales Anwesen am Rande einer wenig reizvollen Wüstenlandschaft, ein trostloses Schneckenhaus in der Einöde.
Nach schweren Zeiten hat es sich Architekt Henry (Logan Marshall-Green) nicht nehmen lassen, sich und seiner Frau Meera (Freida Pinto) ein Anwesen in Corrales, New Mexico errichten zu lassen. Doch nach einem Abend außer Haus finden sie deutliche Spuren eines Einbruchs vor, lediglich die Handys und ein Notebook wurden gestohlen. Trotz aufgerüsteter Sicherheitstechnik wird ein zweites Mal eingebrochen und Meera ahnt, dass einige Hinweise auf düstere Machenschaften ihres Mannes hinweisen könnten…
Der Titel deutet bereits auf die Sparte Home Invasion hin, was im Endeffekt vielleicht ein wenig ergiebiger ausgefallen wäre, zumal das Anwesen nicht gerade übersichtlich gestaltet ist. Doch die jeweiligen Einbrüche laufen relativ unspektakulär ab, selbst der zweite bei Anwesenheit des Paares weist nur wenige spannende Momente auf. Danach stellt sich tatsächlich nur die Frage: Partner schuldig oder nicht.
Nachdem die örtlichen Ermittler deutliche Hinweise zur Identität der Eindringlinge beitragen, wird Meera zumindest argwöhnisch. Sich allerdings ohne Sicherheiten in eine heruntergekommene Gegend zu begeben, um hier völlig unbedarft in vermeintlich leer stehende Häuser einzudringen, ist schon ein ziemlich dämlicher Schritt. Darüber hinaus scheint Meera als Therapeutin tätig zu sein und so läge ergo nichts näher, als im Zweifel dem eigenen Partner subtil auf den Zahn zu fühlen. Stattdessen wirft das Drehbuch einen konstruierten Hinweis nach dem anderen in die Waagschale, was oftmals mit irrationalen Verhaltensweisen der ohnehin nur wenigen Beteiligten einhergeht.
Inszenatorisch bewegt sich Regisseur Adam Salky auf dem gehobenen Niveau einer TV-Produktion, die unauffällig bis unaufgeregt daherkommt. Dazu passen die Leistungen der wenigen Mimen, wobei Freida Pinto immerhin genügend Präsenz einfließen lässt, um das letzte Drittel mehr oder minder im Alleingang zu gestalten. Auch der Score ist um einige Facetten bemüht, obgleich einige Elektrobeats nicht immer passen erscheinen.
„Intrusion“ ist ein Beitrag, von dem man meint, ihn in leicht abgewandelter Form schon häufig gesichtet zu haben. Die Prämisse ist schlicht, die Ausarbeitung ebenfalls und leider fallen nahezu sämtliche Entwicklungen durchschaubar aus, wodurch sich nur selten Spannung einstellt, mal abgesehen vom komplett ausbleibendem Nervenkitzel, selbst während des einigermaßen temporeichen Showdowns. Am Ende bleibt anspruchslose Routine, die im Zweifel auch ausgelassen werden kann.
4,5 von 10