„Aller guten Trilogien sind 3“ lautet der Promo-Slogan von „Scary Movie 3“, und tatsächlich lässt sich der Begriff „gut“ nach der unterirdischen ersten Fortsetzung wieder mit der Filmreihe in Verbindung bringen – hauptsächlich ein Verdienst des Parodie-erfahrenen David Zucker („Top Secret“), der Keenan Ivory Wayans als bisherigen Regisseur (von Teil 1 & 2) ablöste und zwei aus ähnlich gearteten Werken bekannte Schauspieler (Charlie „Hot Shots“ Sheen und Leslie „Naked Gun“ Nielsen) gleich mit an Bord nahm.
Zucker bemüht sich um mehr oder minder „niveauvolle“ Parodien, nachdem Teil 2 nur noch mit geschmacklosen Peinlichkeiten nervte – er ist seinem eigenen Stil treu geblieben und versucht gar nicht erst die Genre-Entwicklung hin zu einer „gross-out-Comedy“ (a la „American Pie“ oder „Van Wilder“) nachzuahmen, weshalb der Film erfrischend altmodisch wirkt und nicht nur durch Entgleisungen in Erinnerung bleibt.
Natürlich sollte man das alles nicht überbewerten, schließlich ist und bleibt er eine Aneinanderreihung von Albernheiten, bei dem nicht alle Gags wirklich lustig sind oder ihr Ziel treffen, jedoch ausnahmsweise mal die Mehrzahl (nicht etwa so wie bei „Spy Hard“). Man kann daher sagen, dass der Großteil der Szenen wirklich amüsant ist, einige Sequenzen gar echte Brüller sind – vor allem, wenn man die speziellen Momente der parodierten Filme kennt.
Die Story an sich ist bloß ein wackeliges Grundgerüst für einzelne (teilweise etwas zusammenhanglose) Sequenzen auf Basis bekannter Kinohits, deren humoristisches Potential hemmungslos ausgeschlachtet wird:
Eines Morgens entdeckt der Farmer (und Ex-Priester) Tom (Charlie Sheen) zusammen mit seinem Bruder ein riesiges Corn-Zeichen mit der unmissverständlichen Botschaft „Attack here!“ auf seinem Grundstück, was die Sensationsreporterin Cindy (inzwischen erblondet: Anna Faris in ihrer Rolle aus den ersten beiden Filmen) auf den Plan ruft. Gegen den Willen ihres Redakteurs bleibt sie an der Story dran und verliebt sich in Toms Bruder, der gerne als weißer Rapper seinen Durchbruch erzielen möchte. Neben der Alieninvasion gilt es auch noch das Geheimnis eines mörderischen Videotapes zu enträtseln, die geknechtete Seele eines schwarzhaarigen Mädchens zu erlösen, und zudem muss Tom seinen Glauben wiedererlangen, den er nach dem Unfalltod seiner Frau (Sheens wahre Ehefrau: Denise „Wild Things“ Richards) verloren hatte, während der US-Präsident (Leslie Nielsen) die gesamte Krise zu meistern versucht…
Hauptsächlich besteht die Geschichte aus Motiven von “Signs“, “the Ring“ und “8 Mile“, doch natürlich finden auch Elemente aus “Matrix“, “the 6th Sense“, “the Others“ und anderen Blockbustern jüngster Zeit ihre komödiantische Verwendung – mal albern (die Aliens am Ende), mal halbwegs subtil mit einer klasse Punchline (wie am Ende des “8 Mile“-“Rap-Battles“). Der Humor ist zwar nicht sonderlich bissig, doch die eher zahme Natur der Gags passt (fast vertraut) zum Stil von Regisseur Zucker. Gott sei dank hat man einige „Deleted Scenes“ (wie das alternative “Hulk“-Ende) weggelassen, die zu sehr in peinlichem Klamauk mündeten – so gibt es nicht allzu viele niveaulose oder sexuell anstößige Witze aus der untersten Schublade (statt einem weiteren „R-Rating“ in den USA gab es dieses Mal ein „PG-13“, was sicher mit ein Grund für das sehr hohe Einspielergebnis war).
Die szenen- oder episodenhafte Aufbauweise hangelt sich in raschem Wechsel von Parodie zu Parodie, was dem Film eine kurzweilige, abwechslungsreiche und unterhaltsame Art verleiht, die keine Längen aufkommen lässt (was bei einer Lauflänge von knappen 80 Minuten auch fatal wäre).
Anna Faris („May“) überzeugt mal wieder in der Hauptrolle, genauso wie Sheen und Nielsen – alle drei agieren schließlich in gewohnten Rollen mit offensichtlicher Spielfreude. Positiv bleiben auch die vielen Gastauftritte bekannter Persönlichkeiten in Erinnerung, vornehmlich aus den Bereichen Comedy (Anthony Anderson, D.L.Hughley, Eddie Griffin,…), Hip-Hop (Ja Rule, Fat Joe, Master P,…) und der allgemeinen Prominenz der MTV-Generation (Pam Anderson, Jenny McCarthy,…).
Das „Facelifting“ (mit der neuen Cast und Crew) hat dieser Filmreihe gut getan, gerade weil man zudem einen großen Pluspunkt der Vorgänger (= Anna Faris) als Verbindung beibehalten und sich von der „gross-out“-Ausrichtung der Wayans Brüder verabschiedet hat, welche den zweiten Teil scheitern ließ.
Fazit: „Scary Movie 3“ ist eine harmlose, jedoch witzige, kurzweilige und unterhaltsame Filmparodie, die sich positiv gegenüber anderen Vertretern des Genres abhebt – möglichst in der englischen Originalfassung anschauen … 7 von 10.