Ich hätte es lassen sollen.
Fünf Minuten bin ich in „Swim – Schwimm um dein Leben“ drin, habe Himmel (oh, eine interessante Location und eine schräge Idee) und Hölle („eine Asylum-Produktion“) durchlebt und dann gedacht: Mensch, vielleicht wird es ja im 127.Versuch was mit dem passablen Film von diesen cineastischen Totalversagern.
Mein Fehler!
And so it goes: eine fröhliche Teilfamily mit Mum, Grandad, Sohn und Tochter fährt abzüglich des noch unterwgs befindlichen Papis für ein fröhliches Wochenende ans Meer. Ihr Domizil sind in Wassernähe befindliche Küstenhäuser, teilweise auf Holzpfählen, so dass man vom Untergeschoss direkt an den Strand durchsteigen kann. Ihr Vermieter ist eine windige Pupe, der schon seit Jahren die Butzen nicht mehr saniert hat und jetzt ein Vermietungsverbot kassiert, aber die Knete unserer Family lieber noch mitnehmen möchte – was aber auch egal ist, weil er 60 Sekunden später vom Hai gefressen wird.
Besagter Hai ist so eine typische Asylum Billigprogrammierung, nicht so sonderlich groß, schön glatt animiert und offenbar in der Lage munter an einem Tag bis zu 8 Leute zu versnacken ohne Alka Seltzer nehmen zu müssen.
Damit liegt er aber dennoch intellektuell immer noch weiter über unserer happy family, die offenbar zu blöd ist, vor Abreise mal auf den Wetterbericht zu schauen, denn es ist Sturm in Orkanstärke angesagt.
Also laut Drehbuch, denn das hier mit Zerstäuber und Regenmaschine visualisierte Szenario ist bis zum Anbruch der Nacht eindeutig im strahlenden Sonnenschein abgedreht worden.
Es kommt also wie es kommen muss: der Regen fällt, der Sturm kommt auf. Die Ferienhaussiedlung wird angeblich evakuiert und abgesperrt, ohne das jemand das den Bewohnern mitgeteilt hat oder irgendwer das kontrolliert. Das Wasser steigt natürlich (logo, wir haben voll die Gezeiten am Atlantik oder Pazifik), überspült erst den Strand, dann den Keller, dann steigt es seltsamerweise sogar über die Höhe des Hauses, so dass am Ende alle auf dem Dach sitzen, nachdem sie sich durch drei Etagen gegen den Fisch wehren durften.
Das alles muss man als Deutscher mit einer absoluten 1A-fünftklassigen Amateuersynchro ertragen, wenn man eh schon damit hadert, dass Mama und Tochter ungefähr gleich alt aussehen. Der eh schon schwer kranke Großvati (was immer er hat) kommt zwar ins Haus hinein, aber später seltsamerweise nicht mehr raus und darf sich opfern, der Rest ist Survival.
Und ach so, na klar stirbt sonst niemand aus der Familie. Dran glauben müssen nur Dritte: der Vermieter, der freundliche Klempner, zwei Hoschis von der Seerettung – bis Papi den Kids mal zeigt, was man alles mit einer alten TV-Dachantenne alles machen kann, wenn man nicht wie Roy Scheider ein armdickes Seekabel zum Anknabbern hat.
Der Rest vom Fest sind Überlebensschwüre, viel Geheule und Leute, die sich von einem fast mannsgroßen Hai in einem Wohnzimmer bedrängt sehen, in dem offenbar nicht einmal knöcheltief das Wasser steht. Um dann frechweg zu behaupten, dass sie die zwei Schritte bis zur Treppe nicht schaffen, ohne gefressen zu werden – was dann auch prompt geschieht.
Ich hoffen, ich kann den Mist ganz schnell wieder vergessen, aber bis dahin sei allen gepredigt: Asylum ist auch nach 20 Jahren immer noch genauso kacke wie zu Beginn. (2/10)