Review

iHaveCNit: Verlorene Illusionen (2022) – Xavier Giannoli – Cine Mien
Deutscher Kinostart: 22.12.2022
gesehen am 27.12.2022
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema - Studio – Reihe 3, Platz 1 – 17:45 Uhr

Das Film- und Kinojahr 2022 geht für mich so langsam zu Ende. Ereignis- und rekordreich wird das Jahr für mich mit dem Ende des Tages 31.12.2022 abgeschlossen. Doch vorher wird noch der ein oder andere kleine Arthouse-Filmstart abgehakt. Einer dieser Starts ist das in Frankreich groß ausgezeichnete Historiendrama „Verlorene Illusionen“, dass mir sehr gut gefallen hat.

Lucien kommt aus einfachen Verhältnissen. Der kreative Querkopf strebt eine Karriere als Dichter an. Durch eine Affäre mit einer Mäzenin kommt es für Lucien zu einem Wegzug aus der Provinz nach Paris. Dort mag es zwar erst nicht zu einer Karriere als Dichter kommen, doch der junge Autor wird bei einer Zeitung angestellt und gerät in den Sog des Journalismus mit all seinem verlockenden Reichtum und seinen moralisch fragwürdigen Elementen, bei dem sich die Frage stellt, ob Lucien den Ausstieg schafft oder vom Sog mitgerissen wird.

„History repeats itself“ - „Geschichte wiederholt sich“ ist durchaus sehr passend, wenn wir uns „Verlorene Illusionen“ ansehen. Im Gewand eines opulent ausgestatteten und groß besetzten Historiendramas bekommen wir eine kritische Mediensatire geboten, die zeigt, dass prätentiöse und auch falsche Berichterstattungen, lancierte Hetzkampagnen und moralisch fragwürdige Entscheidungen von Zeitungen und Verlagshäusern bereits damals genau wie heute existierten. Doch wie interessant der Film auch sein mag – ein wenig mehr Biss und kreative Ideen um aus dem Korsett eines Historiendramas auszubrechen hätten dem Film meiner Meinung nach gut getan. Damit hätte der Film auch für mich sicherlich eine ähnliche Sogwirkung wie die Welt der Zeitungen und Verlage für den von Benjamin Voisin gespielten Lucien gehabt.

„Verlorene Illusionen“ - My First Look – 8/10 Punkte.

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