Review
von Leimbacher-Mario
Midwinter
Exklusiv auf Paramount+ (herrje) zu sichten ist „Paranormal Activity: Next of Kin“, der schon siebte Teil der eigentlich längst ausgetrockneten Found Footage-Familie. Inszeniert diesmal von William Eubank, der mit „Underwater“ und vor allem „The Signal“ eigentlich alles andere als übel abliefern und sich eher einen Namen machen konnte. Nun nimmt er das Zepter für diesen minimal aufgefrischten Aufguss des einstigen Budgethits in die Hand und kann das Franchise leider auch nicht vom meiner Meinung nach unausweichlichen Exitus retten. Die grieseligen Überwachungskameras und altmodischen Camcorder werden gegen eine hochwertige 4K-Ausrüstung eingetauscht und eine junge Frau sucht in einer abgelegenen Amischgemeinde zusammen mit einem kleinen Kamerateam nach ihren familiären Ursprüngen und ihrer seit dem Babyalter spurlos verschwundenen Mutter. Was sie dort allerdings hinter verdeckter Hand und in einer verborgenen Höhle finden wird, bringt alle in höchste Gefahr…
Eher wie eine Mischung aus (oder weiterer Teil von) „[Rec] 3“ und „Midsommer“ wirkend, konnte mich „Paranormal Activity 7“ leider nicht fesseln. Ich bin kein Experte der immergleichen Reihe, aber dies hier wirkt eher wie ein erzwungener Reboot. Easter Eggs oder Verbindungen darf man nicht erwarten. Die Figuren sind leidig dumm geschrieben und die Ausrede eine solche Kamera dort die ganze Zeit dabei zu und laufen zu haben ist arg faul bis nonexistent. „The Sacrament“ hat das ganz ähnlich und viel besser vor ein paar Jahren gemacht. Das Finale gerät dann immerhin löblich aus den Fugen, einige schnell geschnittene Bilder können/sollen verstören und vor allem die eine Szene in der Höhle (so blöd sie auch geschrieben sein mag) hat es „Hand-vor's-Gesicht“ in sich. Das Monsterdesign (wenn man es denn sieht) ist auch ein Pro. Deswegen ist „PA7“ für mich (trotz gerade in der ersten Hälfte mal wieder frustrierenden Fake-Jump Scares) kein Totalausfall und fast gar auf dem Niveau von sowas wie „Katakomben“. Ein Grund sich Paramount+ zu holen oder ein Adrenalinschuss in den Arm dieses Franchises sollte sich aber natürlich gänzlich anders anfühlen.
Fazit: Hochglanz-Found Footage mit einer paar starken, gruseligen oder brutalen Einzelmomenten. Ansonsten wird aber weder seiner mittlerweile lahmen Reihe noch dem geschundenen Subgenre Gutes oder Neues hinzugefügt. Für mich bleibt „PA“ längst abgeschrieben.