In Stein geboren, zum Spuk erkoren
Der Golem gehört zu einer der klassischsten Figuren im Horrorzirkus und bleibt bis heute größtenteils völlig unterbenutzt. Doch "It!" aka "Curse of the Golem" aus den swingin' 60s ist ein kleiner B-Vertreter dieses etwas angestaubten Gruselmythos' und erzählt von einem Museumsbrand, der einzig und allein einen alten, echten Golem aus Prag unbeschadet stehen lässt - woraufhin dieser natürlich seine Opfer fordert und Kreise durch die Nachbarschaft zieht...
Das lässt sich nicht kontrollieren
Im Stile alter Amicus- oder Hammer-Grusler kommt "It!" sehr sonntäglich, einsteigerfreundlich und altmodisch daher. Und nichts davon meine ich abwertend. Roddy McDowall spielt lustvoll, gewitzt und stilvoll auf, versprüht sogar ganz klare Norman Bates-Vibes, was in dieser Ära wohl fast unumgänglich war. Der Golem sieht klasse aus und hat echt Angst-mach-Potenzial, mehr als z.B. manch ein weitaus höher budgetierter Mumienfilm der Hammer-Studios aus dieser Zeit. Gerne auch für die Kleineren. Einsteigerhorror. Und die meisten Sets und Studiokulissen machen simpel etwas her. Eine urige Creepshow. Es blitzt und donnert und stinkt nach angekokeltem Lehm. Zudem mit einem gewissen Augenzwinkern, einer Adrettheit und einer pulpigen Comichaftigkeit. Ein Schattenkabinett. Ein hebräischer Mythos. Mehr Kopfkino als handfester Schocker. Aber das funktioniert als Gesamtpaket einfach. Selbst wenn man kein Meisterwerk erwarten sollte und sich super viel offscreen abspielt, was jedoch damals zum guten Ton gehörte und die Zielgruppe erweiterte. Verborgenes Remakepotenzial?! Und als "Fright Night"-Fan guckt (und mag!) man eh alles mit Roddy gerne - eine Episode der Peter Vincent-Show?!
Museum des Lehm und der Leiden
Fazit: Sicher nicht der beste Film mit dem Titel. Oder der beste "Golemgrusler". Und trotzdem ein ziemlich solider, britischer, effektiver und positiv klassischer Monstermatineemovie.