Seinen neuen Job an der ländlichen Herbert West Grammar School hatte sich der Londoner Lehrer Tony Middleton (James Groom) anders vorgestellt - statt grundsätzlich rebellischer Teenager erwarten ihn merkwürdig schweigsame, aber umso fokussiertere Schüler, die wie auf Knopfdruck zwischen Stillsein, Rezitieren und Papierkügelchen herumwerfen umschalten können. Zuerst denkt sich Tony, der die Nachfolge einer tödlich verunglückten Lehrerin antritt, nichts dabei, doch in den nächsten Tagen stellt er weitere seltsame Verhaltensweisen fest, die er sich nicht erklären kann. Auch in persönlichen Gesprächen rund um das derzeit gerade auf dem Lehrplan stehenden Romanthema Schöne neue Welt von Aldous Huxley erhält er von den Schülern meist nur Standard-Antworten und dringt nicht zu ihnen durch. Der omnipräsente Schuldirektor Abott (Michael Geary) wiegelt ohnehin alles ab: alles Zufälle, alles normal, alles kein Grund zur Sorge.
Als ein neuer Schüler, Georgie, in die Klasse kommt, versucht der als Rabauke bekannte Neuling schwächeren Mitschülern unter Androhung von Prügeln das Taschengeld abzupressen, läßt aber seltsamerweise schon nach kurzer Zeit von seinem Vorhaben ab. Mit einer Schramme im Gesicht scheint dieser Georgie regelrecht geläutert, was Tony erneut an den Zuständen in der Schule zweifeln läßt. Seine besondere Aufmerksamkeit erregt eine kleine Klasse mit nur einer handvoll etwa 8-jähriger Schüler und Schülerinnen, die offenbar großen Einfluß haben: speziell die kleine Sarah scheint mit telepathischen Fähigkeiten ausgestattet zu sein. Nachdem deren Lehrerin ihnen eine Geschichte vorgelesen hatte und gerade Zigarettenpause macht, wird dieses als "schlecht" klassifizierte Rauchen der Frau zum tödlichen Verhängnis...
In der Amateurproduktion School of the Damned verarbeitet Regisseur Peter Vincent diverse Versatzstücke rund um gefährliche kleine Kinder (u.a. aus Filmen der 1960er Jahre wie Children of the Damned, für den Namen der Schule stand Re-Animator Pate, etc.), welche die Welt der Erwachsenen beeinflussen und teilweise kontrollieren. Plottechnisch ist die Katze leider schon viel zu früh aus dem Sack, besonders gruselig geht es auch nicht zu (die Kinderdarstellerin der Sarah wirkt nicht wirklich bedrohlich) und wer den inhaltlichen Kniff verstehen will, auf den der Streifen letztendlich abstellt, sollte Huxleys Schöne neue Welt nicht nur vom Titel her kennen, da dessen fiktives Kastensystem hier eine tragende Rolle spielt.
Gleichwohl man den Laiendarstellern ihre Bemühung, ihre Filmrollen gewissenhaft auszufüllen, keineswegs absprechen kann, krankt der Film am erkennbar niedrigen Budget, das nicht nur in den typischerweise sehr umständlich und wenig überzeugend abgefilmten Kills zu erkennen ist, sondern sich auch in der Anzahl der auftretenden Akteure wiederspiegelt. Wenig realistisch ist auch der Bodycount (eine Lehrerin zu Beginn, später der Hausmeister, noch eine Lehrerin, dann ein Schüler, etc.), der offenbar weder Ermittlungen (waren Polizeiuniformen zu teuer?) noch sonstige Konsequenzen nach sich zieht (die Leichen verschwinden einfach - hmm?).
Zugutehalten kann man School of the Damned den Verzicht auf schwachsinnige Handlungssprünge und die immerhin konsequente Fokussierung auf ein philosophisches Thema, bei dem die spärlichen Horrorelemente entgegen der Genre-Klassifizierung nur selten im Vordergrund stehen und eher Mittel zum Zweck sind. Die gefährlich schwarz umrandeten Kinderaugen gibt es übrigens nur auf dem Cover, im Film selbst, der in 8 Tagen bei "Normalbetrieb" in einer Schule abgedreht wurde, muß ein schminkefreies "böse schauen" ausreichen. Für einen unterhaltsamen oder gar spannenden Film reicht das alles zwar nicht, doch wenigstens sind die 85 Minuten keine völlige Zeitverschwendung: 3 Punkte.