Beim Versuch, ein entführtes Mädchen aus der Gewalt seiner Kidnapper zu befreien, wird das Kind getötet und der BKA-Ermittler Ben fängt sich ebenfalls ein paar Kugeln ein. Als er nach einiger Zeit aus einem künstlichen Koma wieder erwacht, fährt der traumatisierte Polizist mit seiner Arzt-Freundin Marion in sein ehemaliges Heimat-Nest an der Ostsee, um seine Eltern zu besuchen. Dort erwartet ihn direkt der nächste Schock: Timmi, sein bester Freund aus Kindertagen, von dem er angenommen hatte, dass er vor zwanzig Jahren beim Spielen in einem Silo voller giftiger Gase gestorben wäre, ist tatsächlich immer noch am Leben und vegetiert seitdem im Wachkoma vor sich hin. Zufälligerweise ist Marion eine auf Koma-Patienten spezialisiserte Neurologin, die während ihrer Befragungen per MRT-Scan Timmis Gehirn-Regionen so richtig zum leuchten bringt (don't ask!) und so kommt Ben nach und nach dahinter, was sich damals tatsächlich zugetragen hat... Bezieht sich der Titel etwa auf die miesen deutschen Fernsehfilme, von denen der Zuschauer hierzulande immer und immer wieder heimgesucht wird...? Bei "Die Heimsuchung" handelt es sich mal wieder genau um ein solches Exemplar von jener Sorte, welches da zunächst zwar mit ein paar recht vielversprechenden inhaltlichen Ansätzen um die Ecke kommt, diese allerdings - vermutlich aus Schiss vor der eigenen Courage im Bestreben, den allwöchentlichen "Tatort"-Gucker nicht zu sehr zu verstören - keinesfalls vernünftig oder für das Genre gewinnbringend ausformuliert, so dass das alles auf halben Weg als zerfahrene Melange aus Drama und Psycho-Thriller verreckt. Tja, Pech gehabt, denn enervierend mäßiges Schauspiel allenthalben und ausgelutschte inszenatorische Klischees (wie beispielsweise die als vermeintliche Schock-Effekte hingemodelten Auftritte des geisterhaften Mädchens zu 'ner mächtig aufgedrehten Tonspur, *gähn*) vergällen einem da schnell den Spaß an der Chose. Immerhin findet Regisseur Stephan Rick da ab und an für die Mystery-Plotte die passend blass-fahlen Bilder voller Küsten-Atmo, doch die an den Haaren herbeigezogene Geschichte wird dadurch auch nicht wirklich aufgewertet. Der ziemlich heftig erahnbare Twist im Schluss-Drittel versucht einem die Angelegenheit dann auch noch als vermeintlich clever zu verkaufen, entpuppt sich allerdings nur als völlig abgegriffene, beinahe schon Shyamalan-eske Scheisse! Vielleicht hätte sich der Drehbuchautor auch etwas mehr Mühe geben sollen, einem die "versteckten" Hinweise nicht ganz so offensichtlich aufs Auge zu drücken... dann hätte sich am Ende eventuell noch so etwas wie ein Aha-Effekt eingestellt. Nun ja, "Die Heimsuchung" ist nicht das erste Filmchen von der Sorte und wird mit Sicherheit auch nicht das letzte sein. Echt peinlich ist mal allerdings, wie sich das Feuilleton auf einen derartigen Mist geradezu einen abwedelt, haben die denn noch nie einen richtigen Thriller gesehen...?
2/10