Review

Nach dem riesigen Erfolg von „Battle Royale“ war es wie immer nur eine Frage der Zeit, wann man einen Nachfolger ins Rennen schicken würde. Und wie so oft kann der Nachfolger nicht so ganz mithalten.


Gut drei Jahre sind vergangen, nachdem Nanahara Shuya und Nakagawa Noriko ihr Battle Royale Spiel gewannen. Mittlerweile werden sie von den Erwachsenen gejagt, da man beide für extrem gefährliche Terroristen hält. In seinen illegalen Fernsehansprachen spricht Nanahara auch oft vom Krieg gegen die Erwachsenen.

Das Ziel der Regierung ist klar, Nanahara muss sterben. Nur lebt dieser verschanzt auf einer Insel mit vielen anderen Kindern und Jugendlichen, mit ordentlich Munition ausgestattet.
Daher entscheidet man sich, dass bisherige Battle Royale, durch neue Regelen zu ändern.

So wird wieder eine Schulklasse ausgewählt, die begleitet vom Militär und duzenden Fernsehstationen, wieder am Battle Royale teilnehmen muss. Diesmal hat es eine Schule erwischt, die nicht gerade für Qualität steht. Wie Vieh werden die Schüler in einen Raum geschleust und treffen dort auf den Lehrer Riki Takeuchi. Der erklärt, in seiner unglaublichen dramatischen Art, dass das neue Battle Royale auch neue Regeln hat. Je eine Schülerin und ein Schüler bilden ein Paar. Entfernen sich beide voneinander um mehr als 50 Meter, explodiert das Halsband. Stirbt einer der Partner, explodiert das Halsband des anderen.
Der Auftrag der Gruppe: Sie haben genau 3 Tage Zeit, um den Terroristen Nanahara zu töten, dann haben sie das Spiel gewonnen. Schaffen sie es nicht, werden alle sterben...


Schon im Vorfeld wurde „Battle Royale 2“ praktisch niedergemacht, der Film konnte quasi keine Chance haben, zumindest ebenbürtig gegenüber Teil 1 zu sein. Wirklich gelungen ist es Vater und Sohn Fukasaku auch nicht (Kinji Fukasaku starb während den Dreharbeiten an Krebs, so dass sein Sohn Kenta den Film zu Ende drehen musste).

Der Film beginnt so ähnlich wie Teil 1. Die Klasse im Bus wird zu einem Ort gebracht, indem man sie in das Spiel einführt. Als Lehrer hat man diesmal Riki Takeuchi vor sich. Also ich weiß nicht, ob man diesen Mann kennen muss, doch ging er mir mit seinem Overacting bereits nach 2 Minuten auf die Nerven. Wie ein Flummi springt Riki durch den Raum und schneidet dabei Grimassen ohne Ende. Mit dem genialen Takeshi Kitana aus Teil 1 kann sich Riki Takeuchi überhaupt nicht messen. Hatte Takeshi noch diese sehr geniale ruhige Art, dieses brutale Spiel mit einer Prise Humor zu würzen, so nervt Takeuchi einfach nur.

Wie schon in Teil 1 gibt es auch hier quasi einen Helden namens Takuma Aoi. Dieser wird im Film langsam aber sicher zum Leader der Gruppe im Kampf gegen Nanahara.
Gleich zu Begin des Ansturms auf Nanaharas „Festung“ werden parallelen zum Film „Der Soldat James Ryan“ mehr als deutlich. Die ganze Erstürmung von Nanaharas Festung gleich der Eröffnungssequenz aus Ryan. In dem Boot verstörte Schüler, nervös, teilweise am brechen, in der Festung die Gruppe von Nanahara, welche schon eifrig drauf losballern.
Gleich zu Begin beißen eine Menge Schüler ins Gras und die die überleben, haben einfach nur Glück oder werden eh nach kurzer Zeit von dem Halsband in die Luft gesprengt. Schon bei der Ankunft hat sich die Anzahl der Schüler deutlich nach unten korrigiert.

Wie soll man nun Battle Royal 2 mit Teil 1 vergleichen? Die schockierende Atmosphäre von Teil 1 hat „Battle Royale Requiem“ auf keinen Fall mehr. Dafür fehlt halt der unmenschliche Kampf der Schüler gegeneinander. Und auch der Lehrer bringt nicht gerade das rüber, was Kitano doch so glänzend geschafft hat. Ferner entwickelt sich „Battle Royale 2“ mehr in Richtung Kriegsfilm mit drei Gruppen. Die Erwachsenen, die zur Not das Militär eingreifen lassen, die Gruppe um Takuma, die eigentlich die Erwachsenen hassen müssen, aber nichts tun können, wenn sie am Leben bleiben wollen, und natürlich die Gruppe von Nanahara, die endgültig in den Krieg gegen die Erwachsenen gezogen sind.

Einen quasi Remake von Teil 1 bekommen wir also nicht, da die Story weitergeht, nur entwickelt sich Requiem in eine andere Richtung. Dafür rummst es ganz gewaltig in dem Film ,kein Wunder bei dem Arsenal an Waffen. Und harmlos ist Requiem auch auf keinen Fall. Viele blutige Einschüsse und explodierte Halsbänder sind zu bewundern, oft aber gepaart mit Effekten aus dem Computer. Auch deshalb schockiert Requiem nicht mehr so sehr, da einfach die krassen Szenen aus Teil 1 nicht mehr in Hülle und Fülle vorhanden sind.


Fazit: Wer Unterhaltung wie in Teil 1 will, ist hier falsch, wer Ansprüche hat, auch. „Battle Royale 2“ reicht natürlich dem Original nicht das Wasser, ganz klar. Doch wer seine Ansprüche runterschraubt, den erwartet eigentlich ein ganz guter Kriegsfilm im Battle Royale Style. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, doch mir hat es ganz gut gefallen. Vielleicht bei Gelegenheit vorher Probe schauen oder zu einer Fassung greifen, die man finanziell verkraften kann. Denn Teil 2 wird wieder mal für unterschiedliche Meinungen sorgen.

Details
Ähnliche Filme