Der Bildschirmschoner unter den Gruslern
Allein, allein. Allein, allein.
Da reiß ich mir doch mal für irgendein Internetspielchen raus 'nen Bein.
Mich kennt keiner und guckt keiner,
da hätte ich mich doch fast mal live umgebracht beinah.
Ich tanze und schreie und schreib mit fremden Männern,
bevor mit mir selbst, red' ich lieber mit anonymen Pennern.
Hereinsteigern in ein Wirrwarr an Creepypasta,
ein schönes Auffangbecken wenn mein Charakter fällt nicht allzu weit aus'm Raster.
Wir sind so viele und doch ist jeder 'ne Insel,
warum nicht den ausgetrampelten Pfaden folgen statt sich selbst zu schnappen den Pinsel.
Der wahre Horror liegt wohl in unserer Einsam- und Traurigkeit,
dort stehen die echten und wahren Dämonen bereit.
Dafür muss keine versteckte Kamera Fratzen im Schatten zeigen,
viel mehr will sich diese halbe, depressive Satire in seelischen Schwächen reiben.
Kleine Mädchen, verblendet und doch grau in grau,
für jede Eilish geht drauf irgendeine unbekannte junge Frau.
Fantasie- und Horrorwelten können dich nicht ewig retten,
da würde ich sogar gegen mich selbst wetten.
An diesem mild-gruseligen, sehr realistischen Drama hält sich alles sehr still,
es war einfach unendlich langweilig, selbst wenn ich ihn durch seine Themen eigentlich mögen will.
Die total frische und unbekümmerte Hauptdarstellerin ist ein Plus,
doch ansonsten schiebt das hier alles zu unspektakulär Trauer und Verdruss.
Fazit: ich mag eigentlich die tragischen Themen und den ganz realen, unflashy Ansatz. Eine Art Anti-„Paranormal Activity“. Ein deprimierendes Experiment auf die Einsamkeit in Zeiten der „sozialen“ Medien. Intim und still. Aber insgesamt ist „WAGTTWF“ einfach dermaßen langsam, höhepunktarm, grau, unfilmisch und schleppend, dass einem wohl selbst dann die Augen zufallen, wenn man einigermaßen Zugang gefunden hat. Aber selbst das traf bei mir (leider) nicht zu.