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Es ist Partytime für eine Gruppe Studenten, die auf einem Hausboot die Sau rauslassen will, also Bier raus und „Bauchsaufen auf Sunny“ veranstalten. Was ihnen der grimmige Sheriff nicht verriet, bekommen des Nachts zwei Einheimische Angler zu spüren, als das riesige Monsterkrokodil aus dem See auftaucht. Die Tequilagemeinschaft erzählt sich daher die Legende vom importierten Kroko am Lagerfeuer selbst und damit auch dem Zuschauer, der somit erfährt, dass es alle paar Jahre dafür Rache nimmt, dass ein Depp damals die Brut zu Klump gehauen hat. Fortan geben sie sich redlich Mühe, möglichst unartig zu sein und nebenbei auch einige Krokodileier zu zerdeppern, Ausnahme ist das vernünftige Vorzeigepärchen Brady und Claire. Dass Krokodile ein gutes Gedächtnis haben, mag ja sein, doch immer wieder zum gleichen Hotel zurückzukehren, wo vor zig Jahren die Eier draufgingen, ist sehr nachtragend und so glaubhaft, wie seine Entsorgung des Autos zweier Opfer per Versenken im See. Das fällt innerhalb von Kopulationsdramen im Alkoholrausch der menschlichen Figuren kaum ins Gewicht, von Tobe Hoopers früheren Meilensteinen ist dieser Tierhorror weit entfernt. Ähnlich wie andere schuppige Pendants diese Subgenres sind auch hier die Effekte mittelmäßig, was die Bewegungsmöglichkeit des Tieres angeht. So trashig wie die italienischen Tieratrappen in „Mörderalligator“ und dessen Nachfolger ist das nicht, doch nicht grundlos greift man auf Nah- und Detailaufnahmen zurück. Erst relativ spät macht das ganze Viech als Computeranimation die Spannung der nächtlichen Flucht endgültig zunichte, zumindest zieht zeitgleich das Tempo etwas an und die Feierbagage wird erwartungsgemäß nacheinander verfrühstückt. Auch wenn die endlich einzeln portioniert im Maul liegen, springt weder der Gorehound vor Freude auf, noch ist das Schockmoment sonderlich ausgeprägt. Und ist der Ruf erst ruiniert, filmt sich’s völlig ungeniert: Statt Todesrolle im Wasser schlägt die Animation eine Salto über das Boot, der Pudel springt dem Kroko quer durchs Maul und der Bösewicht spielt Jonas. Gekonnt schraubt Tobe Hooper sein einstiges Talent auf das Niveau einer typischen Nu Image Produktion herab und dümpelt mit dem Charme von Kaulquappen in pfützentiefen Gewässern des Horrorgenres. Irgendwie scheint sich der Film qualitativ den dumpfen Charakteren auch in der Ideenfindung zu nähern, das Gehirn auf Stand-By geschaltet partiell noch unfreiwillig komisch.

Fazit: Kein Highlight im Bereich Tierhorror, noch nicht einmal in der Unterrubrik Krokohorror. 3/10 Punkten

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