Schni-schna-schnappi schnappi schnappi schnapp
Eine Gruppe von jungen Hohlbirnen will mal wieder so richtig schön auf die Kacke hauen. Also wird flugs ein Hausboot gechartert, ordentlich Bier gekauft und ab gehts in den Sumpf. Auf der Fahrt lernen wir dann die debilen Dummbratzen etwas besser kennen und man merkt schnell, dass der wahre Horror an diesem Film wohl nicht das titelgebende Viech sein wird, sondern eher die erbärmlichsten Charaktere seit Erfindung des Drehbuchs.
Und was dem Zuschauer auf dieser Ebene geboten wird, ist dann auch hoch konzentrierter geistiger Dünnschiss in seiner reinsten Form. Jedes Klischee des (Tier-)Horrorgenres wird gnadenlos bedient, nur alles um drei Welten schlechter als in vergleichbaren Gurkenfilmen.
Spätestens wenn eine der verachtenswertesten Figuren des gesamten Films gegen Ende mit Bisswunde im Bein von zwei anderen Überlebenden in einer Schubkarre durch die Pampa gerollt wird und dabei nichts besseres zu tun hat, als hysterisch mit Insektenspray um sich zu sprühen, möchte man als Zuschauer mit einem IQ von über 20 die Verantwortlichen für dieses Elend nur noch leiden sehen. Und zwar richtig.
Nach den viel zu langen ersten 30 Minuten, in denen die Truppe nichts zu Stande bringt außer Saufen, Fummeln, Kiffen und dummes Zeug zu sabbeln, darf dann auch endlich das Croco in Erscheinung treten.
Zwei Angler (Dumm und Dümmer) zerdeppern im Vollsuff ein paar frischgelegte Eier und werden zur Strafe auch sofort von Mama verfrühstückt. Um die Beweise zu vernichten oder warum auch sonst immer, versenkt das Viech anschließend mit Turbo-Boost im Arsch das Auto der Rednecks im Wasser. Wer jetzt denkt, dass es lächerlicher wohl kaum noch kommen kann, der wird seine Meinung spätestens nach dem Doppelten Rittberger des 12-Meter-Monsters über ein Polizeiboot ändern müssen.
Nach wiedermal durchzechter Nacht, finden dann auch die Teenies am nächsten Morgen das Nest und klauen dämlicherweise eines der Eier. Mutti hat natürlich alles beobachtet und sinnt fortan auf Rache...
Na dann kanns ja endlich losgehen mit fetter Croco-Action made by Mr. TCM. Aber denkste, denn was Tobe Hooper (angesichts dieses Übermülls eigentlich unvorstellbar, dass der gute Herr mal einen der bedeutensten Horrorfilme aller Zeiten inszeniert hat) uns hier vorsetzt, ist an Einfallslosigkeit und Unvermögen kaum noch zu überbieten.
Wer diesen Rotz geschrieben hat sollte zeit seines Lebens nie wieder einen Stift in die Hand nehmen dürfen. Bei Jaws und Co. wird alles geklaut was man irgendwie verwursten kann, nur leider gelingt es nicht einmal ansatzweise, daraus so etwas wie Spannung zu erzeugen.
Im Dunkeln laufen die Jungs und Mädels panisch durch den Wald. Die Kamara wackelt dabei kräftig von links nach rechts und zurück, doch statt Atmosphäre entsteht Ärger, denn es ist so gut wir nichts zu erkennen. Ist dann mal endlich was zu sehen, wirds nicht besser sondern eher schlimmer. Das CGI-Krokodil sieht so erbärmlich aus, dass es weh tut und auch die vereinzelt eingesetzten Modelltricks sind kaum besser. Dazu geben die nervtötenden Teens auch noch mit dem sicheren Tod vor Augen derart dummdreiste Scheiße von sich, dass man sich wünscht, dass möglichst keiner dieser Schwachmaten (sollen übrigens alles Collegeabsolventen sein!!!) den nächsten Tag noch erlebt.
Die Krönung des Unsinns ist dann aber das Finale. Selten so einen Nonsens so Bierernst verkauft bekommen. Augenbinden und Äste von 3cm Durchmesser vs. gigantische Panzerechse, an der auch Pistolenkugeln abprallen. Na dann mal auf in den Kampf, Jungs.
Unter dem Strich bleibt einer der miesesten Nu Image Tierhorrorstreifen ever. Etwas derart dillentantisches ist mir selten zu Gesicht gekommen. Null Komma gar keine Spannung, lachhafte Effekte und unterirdische Darsteller. Wer Kroko-Trash will, guckt lieber Killer Crocodile samt Fortsetzung. Das ist zwar auch Schrott, hat aber immerhin etwas naiven Charme.
Zum Schluß nochmal die Brille poliert und auf die Credits geschaut. Doch, tatsächlich...hinter directed by steht wirklich Tobe Hooper. (1/10)