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Albert, ein vielleicht Ende 30-jähriger Mann lebt mit Mia, einem jungen Mädchen, in den vielleicht 50er Jahren irgendwo im englischem Raum (die Züge fahren links!). Ihr Lebensraum in einer großen Wohnung ist sehr karg. Wenig Möbel, keine Musik und auch keine Unterhaltungen. Es dauert, bis der erste Dialog zu vernehmen ist. Albert ist oft an Mias Zähnen zugange, diese trägt eine Klammer(?), eher ungern. Offensichtlich scheint Albert einem gewissen Druck zu unterliegen, mit Mias Zähnen voran zu kommen. So sagt die mysteriöse Stimme am selten klingelndem Telefon. Die Zwei leben isoliert, jedoch gibt es immer wieder befremdliche Überschneidungen mit anderen Menschen, Visonen, die irgendwie miteinander verbunden zu sein scheinen. Noch seltsamer wird es, als Albert Mia betäubt um einen Pub zu besuchen (hier wirkt alles "normal") um sich hastig Bier einzuflößen. Dort trifft er dann einen mysteriösen Mann der ihn zu kennen scheint und er trifft das erste Mal auf Celeste...

Der Film brauch einige Zeit um Fahrt aufzunehmen. Und ich brauchte zwei Anläufe für das Machwerk... Langweilig ist er sicher nicht, Dafür sehr geheimnisvoll, vielleicht sogar übernatürlich (im Sinne David Lynchs). Die Sonne scheint auch nie, es befindet sich alles in einem Dauernebel à la Silent Hill. Die Geschichte wird auch immer komplexer. Die Stringenz aus Innocence (wobei Mias Werdegang schon an die der Mädchen aus besagtem Film erinnert) und Évolution ist hier kaum vorhanden. Er erinnert jedoch athmosphärisch an Évolution. Alles bleibt im Verborgenen, nichts wird erklärt, es bleibt geheimnisvoll bis zuletzt. Lucile Hadzihalilovic liefert hier einen packenden, einnehmenden Film, der mit Überschneidungen der verschiedenen Handlungsstränge der Protagonisten, Zeitebenen und Zusammenhänge aufwartet, die begeistern. Wer Fan der schnellen Schnitte ist oder Dauerdialoge braucht, Finger weg!!

Ansonsten (ich spreche hier nur für mich) 10/10

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