Die 15-jährige Irene sitzt schwanger in einer Jugendstrafanstalt. Ihr Leben gleicht einer Sackgasse, doch Betreuer Javier hat einen Plan, der ihr helfen soll, es wieder in den Griff zu bekommen: Er und seine Frau Adela verstecken die Jugendliche in ihrem abgelegenen Haus in den Bergen, damit sie dort ihre Schwangerschaft in Ruhe austragen kann. Im Gegenzug soll sie das Neugeborene gleich nach der Geburt dem kinderlosen Paar überlassen. Doch je mehr Irene das Baby in sich wachsen spürt, desto größer werden ihre Zweifel an dem Pakt – Zweifel, die Javier und Adela nicht zulassen können ...
Die Spanier sind in den letzten Jahren ganz schön präsent auf dem internationalen Markt. Gerade im Horrorfilmbereich spielen sie mittlerweile, zumindest in Europa, ganz schön weit oben mit. Dies hier ist jedoch ein Drama. Die Grundidee ist zwar gut, die Umsetzung mittelmäßig.
Regisseur Cuenca hat wohl in seiner Jugend sehr viele Wim Wenders Filme gesehen – dem König der langen Einstellungen. Denn auch hier wird wirklich teilweise endlos auf eine bestimmte Szene mit der Kamera draufgehalten, obwohl sie in keinster Form die Handlung jetzt groß nach vorne bringt, Das ist auch der Grund, wieso der Streifen satte 2 Stunden läuft, was die Geschichte einfach nicht hergibt.
Auch wenn insbesondere Jose Gutierrez, den ich eh sehr gerne sehe, eine glaubwürdige und souveräne Leistung abliefert, und auch der Rest des Castes zu überzeugen weiß, sind manche Handlungsstränge etwas weit hergeholt auch partiell nicht nachvollziehbar.
Als „Ein fesselnder Thriller über das Verwischen moralischer Grenze“ wird der Film angepriesen, was schon einmal falsch ist, denn von diesem Genre ist dieser Streifen meilenweit entfernt.
Ich will ihn aber jetzt auch nicht schlecht reden. Die Entwicklung der Personen ist sehr gut ausgearbeitet und auch die Zweifel der jungen Mutter kann man sehr gut nachvollziehen, insbesondere, nachdem das Baby dann geboren ist. Auch wie man den Nachbarn vorgaukelt, dass ja eigentlich Adela schwanger ist, macht durchaus Sinn.
So bleibt unter dem Strich ein Film, der 30 Minuten kürzer und damit gestraffter, deutlich mehr an Unterhaltung und auch Spannung gewonnen hätte. Dann wäre auch eine höhere Bewertung möglich gewesen.