Review

Mobmentalität aus Mittlerem Osten


„Zalava“ ist ein sehr ungewöhnlicher Exorzismuscurveball aus dem Iran, der eher gesellschaftliche, menschliche und religiöse Themen und Töne trifft anstatt mit dämonischen Schocks aufzuwarten… Hier kommt ein sehr besonnener, moderner und maskulin wirkender Sergeant in ein abgelegenes Zigeunerdorf, wo es anscheinend dramatische Besessenheiten gibt und ein junges Mädchen auf Grund dieser Gruppendynamik und Panik schon tödlich die Klippe runtergefallen ist…

„Zalava“ ist ein sehr ruhiger, menschlicher, spannender und bodenständiger Film. Man darf kein Spektakel erwarten, ganz und gar nicht. Wenn man auf monströse Katzen oder verdrehte Köpfe schielt, werden solche Erwartungen hier gekonnt unterlaufen und ad absurdum geführt. Understatent. Ganz klar eine Stärke von „Zalava“, keine Enttäuschung. Mehr als nur „mal etwas Anderes“. Der Protagonist und Held ist eine hervorragende Identifikationsfigur. Das iranische Dorfsetting wirkt frisch und noch nicht abgenutzt. Die Bewohner erinnern an eine bizarre Mischung aus angsteinflössend und frustrierend, aus bekannt und unbekannt, aus „Resident Evil 4“ und einer Travestieshow. Der Ausgang ist frustrierend, aber wohl leider authentisch. Und all das lässt sich super auch auf westliche Mobs und Schreigesellschaften übertragen. Traurig. Wahrer Horror. Nur eben wie gesagt bitte keine Krallen und roten Augen in der Dunkelheit erwarten. 

Fazit: bringt seinen Punkt klar rüber, genießt Exotenbonus, liefert zwei charismatische Starpotenziale und ist auch uns hier im Westen viel näher als man denkt. Selbst wenn sich in unseren Breitengraden die Dämonen und Lynchmobs wohl eher digital zusammenrotten…

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